Das Wichtigste in Kürze
- Silberfische, korrekt Silberfischchen, sind für Menschen und Haustiere ungefährlich. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.
- Sie fressen Stärke, Hautschuppen, Schimmelsporen und Hausstaubmilben. In kleiner Zahl sind sie eher nützlich als schädlich.
- Das eigentliche Risiko ist die Ursache: Silberfischchen leben nur bei dauerhaft hoher Feuchtigkeit, und die führt zu Schimmel und Bauschäden.
- Handeln müssen Sie bei vielen Tieren, bei Tieren in trockenen Räumen (dann sind es meist Papierfischchen) und in Betrieben mit Hygienedokumentation.
Die kurze Antwort
Nein. Silberfische, korrekt Silberfischchen (Lepisma saccharinum), sind für Menschen ungefährlich. Sie stechen nicht, beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und sind nicht giftig, auch nicht für Kinder, Katzen oder Hunde. Sie gehören zu den ältesten Insektengruppen überhaupt und leben seit jeher in menschlichen Behausungen; als Krankheitsüberträger sind sie nicht bekannt.
Die längere Antwort hat zwei Teile, die wichtiger sind als das Tier selbst: Was Silberfischchen über Ihre Wohnung verraten, und wann sie in Wahrheit gar keine Silberfischchen sind.
Was Silberfische fressen und was nicht
Silberfischchen ernähren sich von Stärke und Zucker in allen Formen: Tapetenkleister, Papier, Buchleim, Textilstärke, Krümel, Hautschuppen, Haare, Schimmelsporen und Hausstaubmilben. Die beiden letzten Punkte sind der Grund, warum manche Fachleute sie in kleiner Zahl als nützlich bezeichnen: Ein Silberfischchen im Bad frisst genau die Dinge, die Allergiker stören.
Sie fressen nicht an Lebensmitteln in Verpackungen, nicht an Holz und nicht an Kabeln. Die Schäden, die Silberfischchen anrichten, sind klein: gelegentlich Fraßspuren an feuchtem Papier, an Tapetenrändern in feuchten Ecken, an Stärke in Textilien, die lange feucht lagen. Wer größere Fraßschäden an Büchern, Akten oder Bildern hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Silberfischchen, sondern Papierfischchen, siehe unten.
Für Allergiker: ein kleiner Vorbehalt
Ein direkter Allergieauslöser sind Silberfischchen nicht. Bei sehr starkem Befall können Häutungsreste und Kot wie andere Insektenreste den Hausstaub belasten, und Menschen mit Hausstaubmilbenallergie reagieren darauf manchmal empfindlicher. Wichtiger ist der Zusammenhang dahinter: Viele Silberfischchen bedeuten hohe Luftfeuchte, und hohe Luftfeuchte bedeutet mehr Hausstaubmilben und Schimmelsporen. Das ist die eigentliche Belastung für Allergiker und Asthmatiker, nicht das Insekt. Wer die Feuchte senkt, löst beide Probleme auf einmal.
Das eigentliche Risiko: die Ursache
Silberfischchen vermehren sich nur bei dauerhaft hoher Luftfeuchte, am besten zwischen 80 und 90 Prozent. Ein Bad, in dem Sie regelmäßig mehrere Tiere sehen, ist ein Bad, in dem Fugen, Ecken und Wandanschlüsse dauerhaft feucht sind. Das schadet nicht Ihnen, aber Ihrem Haus: Schimmel wächst an kühlen Wänden schon ab etwa 70 Prozent, Putz und Holz nehmen über Jahre Schaden, und ein Wasserschaden hinter der Wand bleibt unentdeckt, bis der Fleck sichtbar wird.
Deshalb ist der richtige Umgang mit Silberfischchen nicht das Spray, sondern die Frage nach dem Woher. Die sieben häufigsten Ursachen und was Sie selbst tun können, stehen im Ratgeber Silberfische im Haus: Ursachen und was wirklich hilft.
Wann es keine Silberfische sind
Zwei Verwechslungen sehen wir ständig.
Papierfischchen. Größer, matter, mit körperlangen Fühlern, in trockenen Wohnräumen statt im Bad. Sie fressen Papier, Pappe, Tapeten und Bucheinbände und kommen mit Kartons ins Haus. Auch sie sind für Menschen ungefährlich, aber sie richten Schäden an und verschwinden nicht von selbst. Wer Fraßspuren findet oder Tiere im Wohnzimmer, Büro oder Schlafzimmer sieht, sollte den Ratgeber Papierfische erkennen und loswerden lesen.
Ofenfischchen. Selten, dunkler, in der Nähe von Heizungen und Backöfen, brauchen Wärme statt Feuchte. Ebenfalls harmlos.
Ein Foto reicht meist zur Unterscheidung. Wer unsicher ist, findet die Merkmale im Ratgeber Silberfischchen und Papierfischchen unterscheiden.
Wann Sie handeln sollten
- Sie sehen täglich mehrere Tiere, nicht nur gelegentlich eines.
- Tiere tauchen in Wohn- oder Schlafzimmern auf, nicht nur in Bad, Küche oder Keller.
- Es gibt Fraßspuren an Papier, Tapeten oder Textilien.
- Im Haushalt leben Allergiker oder Asthmatiker.
- Mehrere Wohnungen im Haus sind betroffen.
- Es handelt sich um einen Betrieb mit Hygienedokumentation: Küche, Praxis, Lager, Pflegeeinrichtung.
In allen anderen Fällen reicht es, die Feuchte zu senken und abzuwarten. Wenn das nicht hilft oder die Tiere sich als Papierfischchen herausstellen, prüfen wir die Ursache vor Ort und behandeln die Verstecke gezielt, ohne Sprühnebel im Raum. Die telefonische Erstberatung ist kostenlos, jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis. Mehr dazu auf der Seite Silberfischbekämpfung. Wir sind in Bochum, Essen und in ganz NRW unterwegs.
Häufige Fragen
Können Silberfische beißen oder stechen?
Nein. Silberfischchen haben Mundwerkzeuge zum Schaben von Stärke und Papier, nicht zum Stechen. Sie meiden Menschen und flüchten bei Licht. Wer Stiche oder Bisse hat, hat eine andere Ursache.
Übertragen Silberfische Krankheiten?
Nein. Es sind keine Krankheitserreger bekannt, die Silberfischchen auf Menschen übertragen. Sie gelten nicht als Gesundheitsschädlinge und unterliegen keiner Meldepflicht.
Sind Silberfische für Babys, Kinder oder Haustiere gefährlich?
Nein. Weder das Tier noch sein Kot sind giftig. Katzen und Hunde, die ein Silberfischchen fressen, nehmen keinen Schaden. Gefährlicher als das Tier ist ein Insektenspray, das auf Böden und Spielflächen gesprüht wird.
Sind Silberfische ein Zeichen für schlechte Hygiene?
Nein. Sie sind ein Zeichen für Feuchtigkeit. Silberfischchen kommen in blitzsauberen Bädern genauso vor wie in vernachlässigten, entscheidend ist dauerhaft hohe Luftfeuchte, ihr Optimum liegt bei 80 bis 90 Prozent. Warum das so ist und was hilft, steht im Ratgeber Silberfische im Haus.
Ab wann muss ich etwas unternehmen?
Einzelne Tiere im Bad sind normal. Handeln sollten Sie, wenn Sie täglich mehrere Tiere sehen, wenn Tiere in Wohn- oder Schlafzimmern auftauchen, wenn es Fraßschäden an Papier oder Tapeten gibt oder wenn Sie Allergiker im Haushalt haben. In Betrieben mit Hygienedokumentation ist jeder Befall zu behandeln.
Quellen und Rechtsgrundlagen