Silberfischchen und Papierfischchen unterscheiden

Silberfischchen zeigen Feuchtigkeit an, Papierfischchen fressen Bücher, Akten und Tapeten. Wie Sie beide unterscheiden und was wirklich hilft.

Ratgeber der Knipp, Neumann & Co. GmbH · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Silberfischchen sind harmlos und ein Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit. Lüften, trocknen, Fugen abdichten löst das Problem meist ohne Chemie.
  • Papierfischchen sehen ähnlich aus, brauchen keine Feuchtigkeit und fressen Papier, Pappe, Tapeten und Textilien. Sie breiten sich seit einigen Jahren in Neubauten, Archiven und Büros aus.
  • Papierfischchen werden fast immer mit Kartons eingeschleppt und lassen sich ohne Fachbetrieb kaum wieder loswerden.
  • Beide Arten sind keine Gesundheitsschädlinge, es gibt keine Meldepflicht.

Zwei Arten, zwei völlig verschiedene Probleme

Silberfischchen (Lepisma saccharinum) kennt jeder aus dem Bad. Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) sind erst seit gut zehn Jahren in Deutschland verbreitet und werden ständig mit ihnen verwechselt. Die Verwechslung ist teuer, weil die Maßnahmen gegensätzlich sind: Gegen Silberfischchen hilft Trockenheit, Papierfischchen stört Trockenheit nicht im Geringsten.

SilberfischchenPapierfischchen
Größe (ohne Anhänge)7 bis 12 mm11 bis 15 mm
Farbesilbrig glänzendgraubraun, matt
Fühler und Schwanzanhängekürzer als der Körperso lang wie der Körper oder länger
Lebensraumfeucht: Bad, Küche, Keller, Waschküchetrocken: Wohnräume, Büros, Archive, Lager, Neubauten
NahrungStärke, Hautschuppen, Schimmel, TapetenkleisterPapier, Pappe, Tapeten, Bucheinbände, Textilien, Dämmstoffe
Schadenkeiner, Indikator für FeuchteFraßschäden an Dokumenten, Büchern, Bildern, Tapeten
BekämpfungUrsache Feuchtigkeit behebenFachbetrieb, Köder, Monitoring über Monate

Silberfischchen: Feuchtigkeit beheben statt sprühen

Silberfischchen sind nachtaktiv und leben in Ritzen, hinter Sockelleisten, unter Badewannen und in Abflüssen. Sie sind ungefährlich, übertragen keine Krankheiten und fressen sogar Hausstaubmilben und Schimmelsporen. Ein paar Tiere im Bad sind normal. Viele Tiere sind ein Warnsignal für Feuchtigkeit, die auf Dauer Schimmel und Bauschäden verursacht.

Was hilft:

  1. Lüften: Bad nach dem Duschen stoßlüften, Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen, Luftfeuchte unter 60 Prozent halten. Ein Hygrometer kostet wenig und zeigt das Problem.
  2. Leckagen suchen: Tropfende Siphons, undichte Silikonfugen, feuchte Wände hinter Waschmaschinen und Spülen.
  3. Ritzen schließen: Fugen an Sockelleisten, Fliesen und Rohrdurchführungen mit Silikon oder Acryl.
  4. Verstecke entfernen: Kartons, Zeitungsstapel, Tapetenreste aus Kellern und Abstellräumen.
  5. Nahrung entziehen: Keller und Vorräte trocken lagern, Abflüsse reinigen.

Welche Feuchtequelle dahintersteckt und wie Sie sie finden, steht ausführlich im Ratgeber Silberfische im Haus: Ursachen und was wirklich hilft. Ob die Tiere Ihnen oder Ihren Kindern schaden können, klärt Sind Silberfische gefährlich?

Insektizide sind hier selten nötig. Wer trotzdem sprüht, ohne die Feuchte zu beheben, hat in wenigen Wochen wieder Tiere. Bei hartnäckigem Befall in Kellern, Waschküchen oder Mehrfamilienhäusern arbeiten wir mit gezielten Stäuben und Ködern in den Verstecken, nachdem die Ursache geklärt ist.

Papierfischchen: Der neue Schädling in Büros, Archiven und Neubauten

Papierfischchen stammen vermutlich aus Südafrika und wurden über den Kartonhandel weltweit verbreitet. In Deutschland tauchen sie seit etwa 2010 auf, inzwischen auch flächendeckend im Ruhrgebiet und Rheinland, besonders in Neubauten mit Fußbodenheizung und trockenem Raumklima, in Bürogebäuden, Kanzleien, Archiven, Bibliotheken, Logistiklagern und Wohnungen, in die viel per Paket geliefert wird.

Warum sie so lästig sind:

  • Ihnen reicht normale Raumluft ab etwa 50 Prozent Luftfeuchte, Lüften bringt nichts.
  • Sie leben mehrere Jahre, fressen langsam, aber stetig an Papier, Pappe, Tapeten, Bildern, Bucheinbänden und Kleidung aus Naturfasern.
  • Sie verstecken sich in Wandritzen, hinter Fußleisten, in Kabelkanälen, unter Dämmung und in Kartons, wo Sprays sie nicht erreichen.
  • Sie werden mit jedem Paket und jedem Umzugskarton neu eingeschleppt.

So erkennen Sie einen Befall: Tiere in trockenen Räumen, unregelmäßige Fraßlöcher und abgeschabte Oberflächen an Papier, Pappe und Tapeten, feine Kotkrümel auf Regalböden, Häutungsreste in Kartons.

Was Sie selbst tun können: Kartons sofort nach dem Auspacken entsorgen, Papier und Akten in geschlossenen Kunststoffboxen lagern, Ritzen abdichten, Monitoringfallen zur Kontrolle aufstellen. Eine dauerhafte Bekämpfung schaffen Sie damit in der Regel nicht.

Wie Sie einen Befall sicher erkennen und wie die Bekämpfung Schritt für Schritt abläuft, beschreibt der Ratgeber Papierfische erkennen und loswerden. Der Fachbetrieb arbeitet mit Fraßködern, die auf Papierfischchen abgestimmt sind, gezielten Stäuben in Hohlräumen und Kabelkanälen und einem Monitoring über mehrere Monate. In Archiven, Museen und Bibliotheken stimmen wir das Verfahren mit den konservatorischen Vorgaben ab. Mehr dazu auf der Seite Silberfischbekämpfung, die beide Arten abdeckt.

Wann Sie uns anrufen sollten

  • Viele Silberfischchen trotz trockener Räume und dichter Fugen
  • Verdacht auf Papierfischchen, besonders bei Fraßschäden an Papier oder Tapeten
  • Befall in Büros, Kanzleien, Archiven, Praxen, Lagern
  • Mehrfamilienhäuser, in denen mehrere Wohnungen betroffen sind, dort ist die Bekämpfung Sache des Vermieters, siehe Schädlinge in der Mietwohnung

Die telefonische Erstberatung ist kostenlos, gern mit Foto der Tiere. Für jeden Termin nennen wir einen Festpreis, abgerechnet per Rechnung. Wir sind in Bochum, Essen, Dortmund, Düsseldorf und in ganz NRW im Einsatz.

Rechtslage auf einen Blick

  • •Silberfischchen und Papierfischchen sind weder geschützt noch Gesundheitsschädlinge. Es gelten keine artenschutz- oder infektionsschutzrechtlichen Beschränkungen.
  • •Insektizide gegen Fischchen sind Biozidprodukte. Anwendung nur nach Gebrauchsanweisung, in Wohnräumen sparsam und nicht auf Flächen, die Kinder und Haustiere berühren.
  • •In Archiven, Bibliotheken und Museen ist die Bekämpfung Teil des Bestandsschutzes. Dort gelten zusätzlich konservatorische Vorgaben, die mit dem Fachbetrieb abzustimmen sind.

Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Genehmigungen ist die zuständige Behörde Ihrer Stadt der richtige Ansprechpartner, wir helfen bei der Einordnung.

Häufige Fragen

Sind Silberfischchen ein Zeichen für Schimmel?

Nicht zwingend, aber für dieselbe Ursache: Feuchtigkeit. Silberfischchen vermehren sich am besten bei 80 bis 90 Prozent Luftfeuchte, Schimmel wächst ab etwa 70 Prozent an kühlen Wänden. Finden Sie viele Silberfischchen, prüfen Sie Lüftung, Wärmebrücken und undichte Stellen, bevor Schimmel entsteht.

Wie unterscheide ich Silberfischchen und Papierfischchen?

Papierfischchen sind größer, 11 bis 15 Millimeter ohne Anhänge, graubraun statt silbern glänzend, mit Fühlern und Schwanzanhängen, die so lang wie der Körper oder länger sind. Sie sitzen in trockenen Räumen, an Bücherregalen, in Kartons, hinter Bildern. Silberfischchen sind silbrig, kürzer, mit kürzeren Anhängen, und sitzen in Bad, Küche und Keller.

Helfen Klebefallen gegen Fischchen?

Zur Befallskontrolle ja, zur Bekämpfung nicht. Klebefallen für Insekten sind erlaubt und zeigen, wo die Tiere laufen. Den Bestand reduzieren sie nur wenig, weil die Tiere in Ritzen und hinter Sockelleisten leben.

Wie lange dauert eine Papierfischchen-Bekämpfung?

Meist mehrere Termine über einige Monate, weil Papierfischchen lange leben, langsam fressen und Eier in Ritzen verstecken. Nach der Behandlung kontrollieren wir mit Monitoringfallen. Jeder Termin hat einen Festpreis.

Kammerjäger in Ihrer Nähe

Wir sind in ganz Nordrhein-Westfalen für Sie unterwegs

Ruhrgebiet

Bochum-Mitte, Wattenscheid, Harpen, Linden und alle weiteren Stadtteile

Rüttenscheid, Werden, Steele, Kettwig und alle weiteren Stadtteile

Innenstadt-West, Innenstadt-Nord, Innenstadt-Ost, Eving und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Buer, Bismarck, Schalke und alle weiteren Stadtteile

Herne-Mitte, Baukau, Horsthausen, Holsterhausen und alle weiteren Stadtteile

Mitte, Crengeldanz, Annen, Rüdinghausen und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Welper, Holthausen, Winz-Baak und alle weiteren Stadtteile

Castrop, Obercastrop, Rauxel, Habinghorst und alle weiteren Stadtteile

Stadtmitte, Eigen, Fuhlenbrock, Batenbrock und alle weiteren Stadtteile

Mitte, Rentfort, Rentfort-Nord, Zweckel und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Dellviertel, Neudorf, Duissern und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Eppinghofen, Broich, Speldorf und alle weiteren Stadtteile

Alt-Oberhausen, Innenstadt, Lirich, Alstaden und alle weiteren Stadtteile

Innenstadt, Feldmark, Averbruch, Bruch und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Nordviertel, Ostviertel, Paulusviertel und alle weiteren Stadtteile

Herten-Mitte, Herten-Süd, Langenbochum, Scherlebeck und alle weiteren Stadtteile

Stadtmitte, Alt-Marl, Brassert, Hüls und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Feldmark, Hardt, Hervest und alle weiteren Stadtteile

Innenstadt, Lünen-Süd, Brambauer, Horstmar und alle weiteren Stadtteile

Altstadt, Königsborn, Massen, Mühlhausen und alle weiteren Stadtteile

Hamm-Mitte, Bahnhofsviertel, Hamm-Westen, Hamm-Osten und alle weiteren Stadtteile

Holzwickede-Mitte, Hengsen, Opherdicke, Bahnhofsviertel und alle weiteren Stadtteile

Mitte, Altenhagen, Wehringhausen, Emst und alle weiteren Stadtteile

Alle Einsatzgebiete im Überblick. Ihr Ort ist nicht dabei? Rufen Sie uns an, wir sagen Ihnen am Telefon, ob wir zu Ihnen kommen können.

Passende Ratgeber

MottenInsekten

Kleidermotten erkennen und loswerden

Kleidermotten erkennen: Falter, Larven, Löcher in Wolle und Seide. Welche Textilien gefährdet sind und wie Waschen, Einfrieren und Wärme helfen.

MottenInsekten

Lebensmittelmotten: Larven erkennen und Vorräte retten

Larven von Lebensmittelmotten erkennen: Aussehen, Gespinste, Verstecke im Schrank. Welche Vorräte Sie retten können und was in den Müll gehört.

SchabenInsekten

Kakerlaken erkennen: Arten, Kot, Verstecke

Kakerlaken erkennen: Deutsche, Orientalische und Amerikanische Schabe, Kot, Eipakete, Häute und Verstecke. Wie Sie einen Befall sicher einordnen.

Alle Ratgeber-Artikel