Das Wichtigste in Kürze
- Silberfischchen sind harmlos und ein Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit. Lüften, trocknen, Fugen abdichten löst das Problem meist ohne Chemie.
- Papierfischchen sehen ähnlich aus, brauchen keine Feuchtigkeit und fressen Papier, Pappe, Tapeten und Textilien. Sie breiten sich seit einigen Jahren in Neubauten, Archiven und Büros aus.
- Papierfischchen werden fast immer mit Kartons eingeschleppt und lassen sich ohne Fachbetrieb kaum wieder loswerden.
- Beide Arten sind keine Gesundheitsschädlinge, es gibt keine Meldepflicht.
Zwei Arten, zwei völlig verschiedene Probleme
Silberfischchen (Lepisma saccharinum) kennt jeder aus dem Bad. Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) sind erst seit gut zehn Jahren in Deutschland verbreitet und werden ständig mit ihnen verwechselt. Die Verwechslung ist teuer, weil die Maßnahmen gegensätzlich sind: Gegen Silberfischchen hilft Trockenheit, Papierfischchen stört Trockenheit nicht im Geringsten.
| Silberfischchen | Papierfischchen | |
|---|---|---|
| Größe | 7 bis 12 mm | 12 bis 18 mm |
| Farbe | silbrig glänzend | graubraun, matt |
| Fühler und Schwanzanhänge | kürzer als der Körper | etwa körperlang |
| Lebensraum | feucht: Bad, Küche, Keller, Waschküche | trocken: Wohnräume, Büros, Archive, Lager, Neubauten |
| Nahrung | Stärke, Hautschuppen, Schimmel, Tapetenkleister | Papier, Pappe, Tapeten, Bucheinbände, Textilien, Dämmstoffe |
| Schaden | keiner, Indikator für Feuchte | Fraßschäden an Dokumenten, Büchern, Bildern, Tapeten |
| Bekämpfung | Ursache Feuchtigkeit beheben | Fachbetrieb, Köder, Monitoring über Monate |
Silberfischchen: Feuchtigkeit beheben statt sprühen
Silberfischchen sind nachtaktiv und leben in Ritzen, hinter Sockelleisten, unter Badewannen und in Abflüssen. Sie sind ungefährlich, übertragen keine Krankheiten und fressen sogar Hausstaubmilben und Schimmelsporen. Ein paar Tiere im Bad sind normal. Viele Tiere sind ein Warnsignal für Feuchtigkeit, die auf Dauer Schimmel und Bauschäden verursacht.
Was hilft:
- Lüften: Bad nach dem Duschen stoßlüften, Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen, Luftfeuchte unter 60 Prozent halten. Ein Hygrometer kostet wenig und zeigt das Problem.
- Leckagen suchen: Tropfende Siphons, undichte Silikonfugen, feuchte Wände hinter Waschmaschinen und Spülen.
- Ritzen schließen: Fugen an Sockelleisten, Fliesen und Rohrdurchführungen mit Silikon oder Acryl.
- Verstecke entfernen: Kartons, Zeitungsstapel, Tapetenreste aus Kellern und Abstellräumen.
- Nahrung entziehen: Keller und Vorräte trocken lagern, Abflüsse reinigen.
Insektizide sind hier selten nötig. Wer trotzdem sprüht, ohne die Feuchte zu beheben, hat in wenigen Wochen wieder Tiere. Bei hartnäckigem Befall in Kellern, Waschküchen oder Mehrfamilienhäusern arbeiten wir mit gezielten Stäuben und Ködern in den Verstecken, nachdem die Ursache geklärt ist.
Papierfischchen: Der neue Schädling in Büros, Archiven und Neubauten
Papierfischchen stammen vermutlich aus Südafrika und wurden über den Kartonhandel weltweit verbreitet. In Deutschland tauchen sie seit etwa 2010 auf, inzwischen auch flächendeckend im Ruhrgebiet und Rheinland, besonders in Neubauten mit Fußbodenheizung und trockenem Raumklima, in Bürogebäuden, Kanzleien, Archiven, Bibliotheken, Logistiklagern und Wohnungen, in die viel per Paket geliefert wird.
Warum sie so lästig sind:
- Sie brauchen keine Feuchtigkeit, Lüften bringt nichts.
- Sie leben mehrere Jahre, fressen langsam, aber stetig an Papier, Pappe, Tapeten, Bildern, Bucheinbänden und Kleidung aus Naturfasern.
- Sie verstecken sich in Wandritzen, hinter Fußleisten, in Kabelkanälen, unter Dämmung und in Kartons, wo Sprays sie nicht erreichen.
- Sie werden mit jedem Paket und jedem Umzugskarton neu eingeschleppt.
So erkennen Sie einen Befall: Tiere in trockenen Räumen, unregelmäßige Fraßlöcher und abgeschabte Oberflächen an Papier, Pappe und Tapeten, feine Kotkrümel auf Regalböden, Häutungsreste in Kartons.
Was Sie selbst tun können: Kartons sofort nach dem Auspacken entsorgen, Papier und Akten in geschlossenen Kunststoffboxen lagern, Ritzen abdichten, Monitoringfallen zur Kontrolle aufstellen. Eine dauerhafte Bekämpfung schaffen Sie damit in der Regel nicht.
Der Fachbetrieb arbeitet mit Fraßködern, die auf Papierfischchen abgestimmt sind, gezielten Stäuben in Hohlräumen und Kabelkanälen und einem Monitoring über mehrere Monate. In Archiven, Museen und Bibliotheken stimmen wir das Verfahren mit den konservatorischen Vorgaben ab. Mehr dazu auf der Seite Silberfischbekämpfung, die beide Arten abdeckt.
Wann Sie uns anrufen sollten
- Viele Silberfischchen trotz trockener Räume und dichter Fugen
- Verdacht auf Papierfischchen, besonders bei Fraßschäden an Papier oder Tapeten
- Befall in Büros, Kanzleien, Archiven, Praxen, Lagern
- Mehrfamilienhäuser, in denen mehrere Wohnungen betroffen sind
Die telefonische Erstberatung ist kostenlos, gern mit Foto der Tiere. Für jeden Termin nennen wir vorab einen Festpreis, abgerechnet per Rechnung. Wir sind in Bochum, Essen, Dortmund, Düsseldorf und in ganz NRW im Einsatz.
Rechtslage auf einen Blick
- •Silberfischchen und Papierfischchen sind weder geschützt noch Gesundheitsschädlinge. Es gelten keine artenschutz- oder infektionsschutzrechtlichen Beschränkungen.
- •Insektizide gegen Fischchen sind Biozidprodukte. Anwendung nur nach Gebrauchsanweisung, in Wohnräumen sparsam und nicht auf Flächen, die Kinder und Haustiere berühren.
- •In Archiven, Bibliotheken und Museen ist die Bekämpfung Teil des Bestandsschutzes. Dort gelten zusätzlich konservatorische Vorgaben, die mit dem Fachbetrieb abzustimmen sind.
Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Genehmigungen ist die zuständige Behörde Ihrer Stadt der richtige Ansprechpartner, wir helfen bei der Einordnung.
Häufige Fragen
Sind Silberfischchen ein Zeichen für Schimmel?
Nicht zwingend, aber für dieselbe Ursache: Feuchtigkeit. Silberfischchen leben bei über 75 Prozent Luftfeuchte, Schimmel wächst ab etwa 70 Prozent an kühlen Wänden. Finden Sie viele Silberfischchen, prüfen Sie Lüftung, Wärmebrücken und undichte Stellen, bevor Schimmel entsteht.
Wie unterscheide ich Silberfischchen und Papierfischchen?
Papierfischchen sind größer, bis 18 Millimeter, graubraun statt silbern glänzend, mit deutlich längeren Fühlern und Schwanzanhängen, die etwa körperlang sind. Sie sitzen in trockenen Räumen, an Bücherregalen, in Kartons, hinter Bildern. Silberfischchen sind silbrig, kürzer, mit kürzeren Anhängen, und sitzen in Bad, Küche und Keller.
Helfen Klebefallen gegen Fischchen?
Zur Befallskontrolle ja, zur Bekämpfung nicht. Klebefallen für Insekten sind erlaubt und zeigen, wo die Tiere laufen. Den Bestand reduzieren sie nur wenig, weil die Tiere in Ritzen und hinter Sockelleisten leben.
Wie lange dauert eine Papierfischchen-Bekämpfung?
Meist mehrere Termine über einige Monate, weil Papierfischchen lange leben, langsam fressen und Eier in Ritzen verstecken. Nach der Behandlung kontrollieren wir mit Monitoringfallen. Jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis.
Quellen und Rechtsgrundlagen