Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Schaben verstecken sich tagsüber in Ritzen hinter Kühlschrank, Spülmaschine und Spüle. Wer sie am Tag sieht, hat meist einen starken Befall.
- Sprays aus dem Handel vertreiben die Tiere in Nachbarwohnungen und fördern Resistenzen. Der Fachbetrieb arbeitet mit Fraßködern und Monitoring, das die Tiere gezielt erreicht.
- Nicht jede Schabe ist ein Schädling: Bernstein-Waldschaben fliegen im Sommer durch offene Fenster herein und vermehren sich nicht in der Wohnung.
- Mieter müssen einen Befall dem Vermieter melden, der Vermieter muss die Bekämpfung veranlassen. Im Mehrfamilienhaus wird meist das ganze Haus behandelt.
Welche Schabe ist es?
Drei Arten machen im Ruhrgebiet fast alle Fälle aus, und eine vierte sorgt für unnötige Aufregung:
- Deutsche Schabe (Blattella germanica): 10 bis 15 Millimeter, hellbraun mit zwei dunklen Längsstreifen hinter dem Kopf. Die häufigste Art in Küchen, Gastronomie und Mehrfamilienhäusern. Vermehrt sich extrem schnell, ein Weibchen trägt das Eipaket bis kurz vor dem Schlupf mit sich.
- Orientalische Schabe (Blatta orientalis): 20 bis 28 Millimeter, dunkelbraun bis schwarz, träge. Lebt in Kellern, Abflüssen, Heizungsräumen, Müllräumen und Kanalisationen, bevorzugt feucht und kühl.
- Braunbandschabe (Supella longipalpa): kleiner, hellbraun mit zwei quer verlaufenden Bändern. Lebt auch außerhalb der Küche, in Schlafzimmern, Elektrogeräten und Bilderrahmen. Braucht Wärme.
- Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris): sieht der Deutschen Schabe ähnlich, aber ohne die dunklen Streifen, fliegt gut und kommt im Sommer durch offene Fenster oder mit Wäsche und Pflanzen herein. Sie ist harmlos, vermehrt sich nicht in der Wohnung und stirbt dort nach wenigen Tagen. Eine Bekämpfung ist nicht nötig. Wir sagen Ihnen am Telefon anhand eines Fotos, ob es diese Art ist.
Anzeichen für einen Befall
- Kot: Bei der Deutschen Schabe pfefferkorngroße schwarze Krümel oder dunkle Schmierflecken in Ecken, an Scharnieren und hinter Geräten.
- Eipakete: Braune, längliche Kapseln von 5 bis 8 Millimetern, oft in Ritzen und hinter Sockelleisten.
- Häutungsreste: Helle, durchsichtige Hüllen.
- Geruch: Bei starkem Befall süßlich-muffig.
- Tiere bei Tag: Schaben sind nachtaktiv. Wer tagsüber welche sieht, hat in der Regel viele.
Prüfen Sie nachts mit der Taschenlampe: hinter Kühlschrank und Spülmaschine, unter der Spüle, am Warmwasserboiler, in der Kaffeemaschine, hinter Schubladen und im Elektroherd. Schaben brauchen Wärme, Feuchtigkeit und enge Ritzen.
Warum Sprays alles schlimmer machen
Insektensprays aus dem Handel enthalten Pyrethroide, die Schaben abstoßen. Die Tiere verlassen die besprühten Verstecke und ziehen tiefer in Wände, Schächte oder in die Nachbarwohnung. Die Eipakete werden vom Spray nicht erreicht, wenige Wochen später schlüpft die nächste Generation. Bei vielen Populationen der Deutschen Schabe bestehen zudem Resistenzen gegen genau diese Wirkstoffe. Das Ergebnis: mehr Wohnungen betroffen, Bekämpfung teurer.
Sinnvoll sind stattdessen:
- Alle Lebensmittel in dichte Behälter, auch Tierfutter.
- Kein stehendes Wasser: Spüle abends trocken wischen, Abflüsse verschließen, tropfende Armaturen reparieren.
- Müll täglich raus, Pfandflaschen ausspülen.
- Ritzen an Sockelleisten, Rohrdurchführungen und Fliesen mit Silikon oder Acryl verschließen.
- Nichts sprühen, bevor der Fachbetrieb da war.
So läuft die Bekämpfung durch den Fachbetrieb
- Befallsermittlung mit Monitoringfallen, die zeigen, wo die Tiere leben und wie stark der Befall ist.
- Ködergel an den Verstecken und Laufwegen, in Ritzen, an Scharnieren, hinter Geräten. Die Tiere fressen den Köder, tragen ihn ins Versteck, und über Kot und Kannibalismus stirbt auch der Rest der Population. Kein Sprühnebel in der Küche, keine Räume, die stundenlang gesperrt sind.
- Ergänzende Verfahren je nach Objekt: Stäube in Hohlräumen, Wachstumsregulatoren, die die Fortpflanzung unterbinden, gezielte Restbehandlung bei Orientalischen Schaben in Kellern.
- Nachkontrollen mit Monitoring, weil Eipakete zeitversetzt schlüpfen. Erst wenn über mehrere Wochen keine Tiere mehr gefangen werden, ist der Befall beendet.
- Dokumentation für Vermieter, Hausverwaltung oder Lebensmittelaufsicht.
Jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis. Sie zahlen per Rechnung, Barzahlung vor Ort nehmen wir nicht an. Mehr dazu auf unserer Seite zur Schaben- und Kakerlakenbekämpfung.
Mieter, Vermieter, Mehrfamilienhaus
Nach § 536c BGB müssen Mieter einen Befall unverzüglich anzeigen, am besten schriftlich mit Datum und Fotos. Der Vermieter muss die Bekämpfung veranlassen, weil Schädlingsbefall ein Mangel der Mietsache ist. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt davon ab, ob ein Mieter den Befall verschuldet hat, was bei Schaben selten nachweisbar ist. Kosten für einmalige Bekämpfungen sind keine Betriebskosten, nur regelmäßige Vorsorgemaßnahmen dürfen umgelegt werden. Ausführlich im Ratgeber Schädlinge in der Mietwohnung.
Im Mehrfamilienhaus kommt es auf die Koordination an: Alle Wohnungen an denselben Steigleitungen sollten am selben Tag behandelt werden, und die Bewohner müssen mitwirken. Wir stimmen das mit der Hausverwaltung ab und liefern die Dokumentation. Auch für Wohnungsunternehmen in Bochum, Essen, Dortmund oder Gelsenkirchen, siehe Schädlingsbekämpfung für die Immobilienwirtschaft.
Gastronomie und Lebensmittelbetriebe
In Küchen, Bäckereien, Imbissen und Lebensmittelläden ist Schädlingsbekämpfung keine Frage des Ermessens. Die EU-Lebensmittelhygieneverordnung verpflichtet Betriebe zu geeigneten Verfahren gegen Schädlinge, und die Lebensmittelüberwachung prüft die Dokumentation. Ein Schabenbefall kann zur Schließung führen. Deshalb setzen Betriebe auf regelmäßiges Monitoring und schriftliche Nachweise. Mehr dazu unter Schädlingsmonitoring und Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelbranche.
Wir sind diskret unterwegs, ohne Firmenaufdruck, wenn Sie das wünschen. Kostenlose telefonische Erstberatung für Bochum, Essen, Dortmund, Gelsenkirchen und ganz NRW.
Rechtslage auf einen Blick
- •Schaben gelten als Gesundheitsschädlinge im Sinne des Infektionsschutzgesetzes (§ 2 Nr. 12 IfSG). Sie übertragen Salmonellen und andere Erreger und lösen Allergien aus.
- •§ 536c BGB: Mieter müssen Mängel wie Schädlingsbefall unverzüglich anzeigen. § 535 BGB: Der Vermieter muss die Wohnung in vertragsgemäßem Zustand halten und die Bekämpfung veranlassen.
- •Lebensmittelbetriebe sind nach Verordnung (EG) Nr. 852/2004, Anhang II Kapitel IX, zu geeigneten Verfahren der Schädlingsbekämpfung verpflichtet. Die Dokumentation gehört zum HACCP-Konzept.
- •Zur Bekämpfung dürfen nur zugelassene Biozidprodukte eingesetzt werden. Anwendung genau nach Zulassung, in Wohnungen möglichst mit Ködergelen statt flächigem Sprühen.
Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Genehmigungen ist die zuständige Behörde Ihrer Stadt der richtige Ansprechpartner, wir helfen bei der Einordnung.
Häufige Fragen
Wie kommen Schaben in eine saubere Wohnung?
Meist als blinde Passagiere: in Kartons, Getränkekisten, gebrauchten Elektrogeräten, Reisegepäck oder über Versorgungsschächte, Abflüsse und Lüftungen aus der Nachbarwohnung. Sauberkeit verhindert die Einschleppung nicht, sie entzieht den Tieren aber Nahrung und macht die Bekämpfung schneller.
Reicht es, meine Wohnung zu behandeln?
In Mehrfamilienhäusern selten. Schaben wandern über Steigleitungen, Abflüsse und Zwischendecken. Wird nur eine Wohnung behandelt, wandern die Tiere aus und kommen zurück. Wir sprechen deshalb mit Hausverwaltung oder Vermieter und behandeln die betroffenen Einheiten in einem Durchgang.
Wie viele Termine braucht eine Schabenbekämpfung?
Meist mehrere, weil Eipakete (Ootheken) von Ködern nicht erreicht werden und die Larven erst nach dem Schlupf fressen. Nachkontrollen im Abstand von einigen Wochen prüfen mit Monitoringfallen, ob noch Tiere da sind. Jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis.
Muss ich vor der Behandlung etwas vorbereiten?
Küchenschränke unter der Spüle und neben Geräten leerräumen, Lebensmittel verschließen, Oberflächen reinigen, keine Sprays einsetzen. Was genau nötig ist, sagen wir Ihnen bei der Terminvereinbarung.