Rattenloch im Garten: Ratte, Wühlmaus, Maulwurf?

Rattenloch erkennen: So unterscheiden Sie einen Rattenbau von Wühlmaus, Maulwurf, Mäusen und Kaninchen, mit einfachen Tests und Tipps.

Ratgeber der Knipp, Neumann & Co. GmbH · 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rattenloch ist 5 bis 8 Zentimeter breit, glatt ausgetreten, oft mit fächerförmigem Erdauswurf und liegt an Mauern, Komposthaufen, Terrassen, Gartenhäusern oder Hecken. Meist gibt es mehrere Eingänge und ausgetretene Laufwege.
  • Wühlmauslöcher sind kleiner und oval, Maulwürfe machen Hügel ohne offenen Eingang, Mäuselöcher sind fingerdick, Erdwespen erkennt man am Flugverkehr.
  • Ein einfacher Test: Loch locker mit Erde oder Papier verschließen. Ist es am nächsten Tag wieder offen, ist der Bau bewohnt.
  • Nicht zuschütten, nicht Gift hineinkippen. Offen ausgelegter Köder ist verboten, und die Tiere weichen nur aus. Der Fachbetrieb bekämpft mit Köderstationen oder Schlagfallen an den Laufwegen.

Ein Loch im Rasen, und jetzt?

Löcher im Garten haben viele Urheber: Ratten, Wühlmäuse, Maulwürfe, Mäuse, Erdwespen, Kaninchen, Igel auf Futtersuche, Vögel, die nach Engerlingen picken. Die meisten davon sind harmlos oder sogar geschützt. Ein bewohnter Rattenbau ist es nicht. Er liegt fast immer dicht am Haus, und die Tiere finden von dort schnell den Weg in Keller, Garage und Schuppen. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie ein Rattenloch sicher erkennen, wie Sie es von den anderen Löchern unterscheiden und was Sie tun sollten, wenn es wirklich Ratten sind.

So sieht ein Rattenbau aus

Wanderratten graben ihre Baue am liebsten dort, wo etwas Deckung von oben gibt und die Erde locker ist:

  • Lage: an Hausmauern, unter Terrassenplatten und Gartenhäusern, neben Komposthaufen, unter Holzstapeln, in Böschungen, unter Hecken und Efeu, an Hühnerställen und Kaninchengehegen, an Mülltonnenplätzen.
  • Eingang: 5 bis 8 Zentimeter Durchmesser, rund bis leicht oval, die Ränder sind glatt und fest, weil die Tiere täglich ein- und auslaufen. Grashalme am Rand sind niedergedrückt, nicht abgefressen.
  • Erdauswurf: oft fächerförmig vor dem Eingang, nicht als Hügel darüber. Bei älteren Bauen kann der Auswurf fehlen, weil er weggeregnet ist.
  • Mehrere Eingänge: Ein Bau hat in der Regel zwei bis fünf Öffnungen im Abstand von einem bis mehreren Metern, darunter Fluchtausgänge, die nur locker mit Erde verschlossen sind.
  • Laufwege: ausgetretene, oft 5 bis 10 Zentimeter breite Pfade im Gras vom Bau zur Futterquelle, zum Beispiel zum Komposter oder Vogelhäuschen. Ratten laufen immer dieselben Wege.
  • Weitere Spuren: spindelförmiger Kot von 1 bis 2 Zentimetern Länge in Gruppen, dunkle Schmierspuren an Sockeln und Rohren, Nagespuren an Kunststoff, Holz und Kabeln, gelegentlich Uringeruch am Eingang.

Wie Sie den Kot sicher zuordnen, erklärt der Ratgeber Rattenkot erkennen. Wer eine Ratte sieht, hat es in unserer Region fast immer mit der Wanderratte zu tun, die Unterschiede zur Hausratte stehen im Ratgeber Wanderratte oder Hausratte.

Abgrenzung: Wer gräbt sonst noch?

Wühlmaus (Schermaus)

Die Wühlmaus ist der häufigste Verwechslungskandidat. Ihre Löcher sind:

  • oval, 3 bis 5 Zentimeter breit, flach in den Boden führend,
  • oft ohne Erdauswurf oder mit flachen, länglichen, unregelmäßigen Haufen, aus denen Wurzelreste und Halme ragen,
  • verbunden mit oberflächennahen Gängen, die beim Betreten nachgeben.

Das sicherste Zeichen ist der Schaden an Pflanzen: angenagte Wurzeln, umgekippte Stauden, kahl gefressene Rinde an Obstbäumen unter der Erde. Die Verwühlprobe bringt Gewissheit: Öffnen Sie den Gang auf etwa 30 Zentimeter Länge. Eine Wühlmaus verschließt ihn innerhalb weniger Stunden wieder, ein Maulwurf lässt ihn offen oder legt einen neuen Gang darunter, Ratten kümmern sich nicht um einen geöffneten Laufgang. Wühlmäuse sind Pflanzenschädlinge, keine Gesundheitsschädlinge. Sie werden anders bekämpft als Ratten und sind nicht unser Schwerpunkt.

Maulwurf

Der Maulwurf macht runde, kegelförmige Hügel aus feinkrümeliger Erde, meist in Reihen. Der Gang mündet senkrecht unter dem Hügel, einen offenen Eingang gibt es nicht. Pflanzen werden nicht angefressen, sondern höchstens durch die Gänge angehoben. Der Maulwurf ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und darf weder gefangen noch getötet werden. Erlaubt ist nur Vergrämen. Wer einen Maulwurf für eine Ratte hält und mit Fallen oder Gift arbeitet, riskiert ein Bußgeld.

Mäuse

Feldmäuse und Waldmäuse graben fingerdicke, saubere Löcher von 2 bis 3 Zentimetern, oft in Gruppen an Böschungen, Wiesenrändern und unter Sträuchern, verbunden durch schmale Laufgänge im Gras. Der Kot ist reiskorngroß. Mäuse im Garten sind normal und meist kein Problem, solange sie nicht in Garage, Gartenhaus oder Haus einziehen. Ein typischer Übergang sind Mäuse in Garage und Gartenhaus im Herbst.

Erdwespen

Ein Loch im Boden mit regem Flugverkehr im Sommer ist ein Wespennest im Boden, keine Ratte. Halten Sie Abstand, mähen Sie nicht darüber und lassen Sie das Nest von einem Fachbetrieb beurteilen. Im Herbst stirbt das Volk ab.

Kaninchen

Kaninchenbaue haben Eingänge von 10 bis 15 Zentimetern, meist in Böschungen und unter Hecken, mit kleinen runden Kotkugeln in der Umgebung und abgefressenen Pflanzen. Kaninchen unterliegen dem Jagdrecht.

Einfache Tests, die Klarheit bringen

  1. Verschlusstest: Drücken Sie den Eingang locker mit Erde zu oder stopfen Sie ein zerknülltes Blatt Zeitungspapier hinein. Prüfen Sie am nächsten Tag. Ist die Öffnung wieder frei, ist der Bau bewohnt. Bleibt sie über mehrere Tage geschlossen, ist er verlassen.
  2. Mehlstreifen: Streuen Sie abends eine dünne Schicht Mehl oder Talkum vor den Eingang. Rattenpfoten hinterlassen deutliche Abdrücke mit langen Zehen und eine Schleifspur des Schwanzes, Mäuse nur winzige Punkte, Igel breite, flache Abdrücke.
  3. Wildkamera oder Handykamera: Eine einfache Wildkamera mit Nachtsicht zeigt innerhalb einer Nacht, wer ein- und ausgeht.
  4. Laufwege absuchen: Folgen Sie dem ausgetretenen Pfad. Führt er zum Komposter, zur Vogelfutterstelle, zum Hühnerstall oder zur Mülltonne, haben Sie zugleich die Ursache gefunden.

Was Sie nicht tun sollten

  • Nicht zuschütten. Ein bewohnter Bau ist am nächsten Morgen wieder offen, oder die Tiere graben zwei Meter weiter neu, oft näher am Haus.
  • Kein Gift ins Loch. Loser Köder verstößt gegen die Zulassungsbedingungen, wird ausgewaschen, von Haustieren, Igeln und Vögeln gefressen und von Ratten wegen ihrer Vorsicht gegenüber Neuem oft gemieden. Was Privatpersonen bei Ködern dürfen, steht im Ratgeber Rattengift: Was Privatpersonen dürfen.
  • Kein Wasser, keine Abgase, keine Chemikalien in den Bau leiten. Das ist tierschutzwidrig, gefährlich und wirkungslos, weil Baue mehrere Ausgänge haben.
  • Keine Klebefallen und keine selbstgebauten Fallen. Klebefallen sind für Wirbeltiere verboten.
  • Nicht weiter füttern. Vogelfutter am Boden, offene Komposter mit Speiseresten und Tierfutter im Freien halten den Bau am Leben. Ohne Futterentzug bringt keine Bekämpfung dauerhaft etwas.

Häufige Ursachen am Bau

Ein Rattenbau im Garten hat fast immer eine Futterquelle in wenigen Metern Entfernung: Komposter mit Essensresten, Fallobst, Vogel- und Igelfutter, Hühner- und Kaninchenhaltung, Teichfischfutter, offene Biotonnen, gelbe Säcke. Häufig steckt außerdem ein Kanalproblem dahinter: ein defekter Hausanschluss, eine fehlende oder undichte Rückstauklappe, ein alter Sickerschacht. Die Tiere kommen dann aus dem Kanal nach oben und graben sich neben dem Rohr ins Freie. Lassen Sie Hausanschluss und Rückstauklappe prüfen, wenn der Bau direkt an der Kellerwand oder über der Grundleitung liegt. Bei Kanalbaustellen in der Nachbarschaft steigen die Meldungen regelmäßig, weil die Tiere ausweichen.

So geht der Fachbetrieb vor

  1. Befallsermittlung. Wir bestimmen Art, Zahl der Eingänge, Laufwege, Futterquellen und Zugänge zum Haus. Dabei prüfen wir auch, ob der Befall vom Kanal kommt oder vom Nachbargrundstück.
  2. Beratung zu den Ursachen. Sie bekommen konkrete Hinweise, was am Objekt zu ändern ist: Komposter, Futterstellen, Holzstapel, Hohlräume unter Terrassen, Kellerfenster, Rohrdurchführungen.
  3. Bekämpfung. Zugelassene Köder in verschlossenen, verankerten Köderstationen an den Laufwegen und Bau-Eingängen, alternativ oder ergänzend Schlagfallen in Boxen, zum Beispiel wo Kinder und Haustiere unterwegs sind. Alles dokumentiert mit Lageplan.
  4. Nachkontrollen. Köder werden kontrolliert und nachgelegt, Baue beobachtet, tote Tiere gesucht und entsorgt. Wie viele Termine nötig sind, hängt vom Befall ab und davon, ob die Ursachen beseitigt werden.
  5. Abschluss. Stationen werden eingesammelt, verlassene Baue verschlossen. Eine Dauerbeköderung ohne Befall ist nicht zulässig.

Jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis, abgerechnet per Rechnung. Die Erstberatung am Telefon ist kostenlos. Termine bekommen Sie meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen, je nach Dringlichkeit oft auch sofort. Alles zum Ablauf steht auf der Seite Ratten im Garten bekämpfen.

Typische Fälle sind Baue unter Terrassen in Siedlungsgärten in Herne, an Kleingartenanlagen in Recklinghausen oder an Bachläufen und Böschungen in Witten. Wer wissen möchte, wer wann zuständig ist und was Stadt, Vermieter und Eigentümer zu tun haben, findet das im Ratgeber Ratten im Garten oder am Haus.

Rechtslage auf einen Blick

  • Maulwürfe sind besonders geschützt. Sie dürfen weder gefangen noch getötet werden (§ 44 Abs. 1 BNatSchG in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung). Vergrämen ist erlaubt.
  • Ratten sind Gesundheitsschädlinge (§ 2 Nr. 12 IfSG). Auf privatem Grund ist in den meisten Städten in NRW der Eigentümer für die Bekämpfung zuständig; für Kanalisation und öffentliche Flächen ist die Stadt zuständig.
  • Rodentizide dürfen nur in verschlossenen Köderstationen ausgebracht werden. Offen in Löcher gestreuter Köder verstößt gegen die Zulassungsbedingungen und gefährdet Kinder, Haustiere und Greifvögel.

Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Genehmigungen ist die zuständige Behörde Ihrer Stadt der richtige Ansprechpartner, wir helfen bei der Einordnung.

Häufige Fragen

Wie groß ist ein Rattenloch?

Der Eingang eines Wanderrattenbaus hat etwa 5 bis 8 Zentimeter Durchmesser, ungefähr so groß wie ein Tennisball. Er ist rund bis leicht oval, die Ränder sind glatt ausgetreten. Löcher mit 2 bis 3 Zentimetern stammen von Mäusen, ovale Löcher mit 3 bis 5 Zentimetern von Wühlmäusen.

Darf ich das Rattenloch einfach zuschütten?

Sie dürfen, es bringt aber nichts. Bewohnte Baue werden über Nacht wieder geöffnet oder die Tiere graben wenige Meter weiter neu. Sinnvoll ist das Verschließen nur nach abgeschlossener Bekämpfung, dann am besten mit Drahtgitter und Erde, damit der Bau nicht neu bezogen wird.

Kann ich Rattengift ins Loch streuen?

Nein. Nagergift darf nur in verschlossenen Köderstationen ausgelegt werden. Loser Köder im Loch wird von Regen ausgewaschen, von Hunden, Katzen, Igeln oder Vögeln gefressen und von den Ratten oft ignoriert. Privatpersonen bekommen ohnehin nur schwächere Wirkstoffe, die Mittel der Fachbetriebe sind nicht frei verkäuflich.

Muss ich ein Rattenloch der Stadt melden?

Auf Ihrem eigenen Grundstück sind Sie selbst zuständig und beauftragen einen Fachbetrieb. Liegt der Bau an einer Grundstücksgrenze, an einem Bach, an einer Böschung oder auf öffentlicher Fläche, melden Sie ihn zusätzlich der Stadt, in Bochum und Dortmund zum Beispiel über den Mängelmelder. So werden Kanal und Umfeld mitbehandelt.

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