Das Wichtigste in Kürze
- Rattenkot ist 1 bis 2 Zentimeter lang, spindelförmig, dunkel und liegt in Gruppen entlang der Laufwege. Mäusekot ist nur 3 bis 8 Millimeter groß, spitz und überall verstreut.
- Marderkot ist deutlich größer, wurstförmig und gedreht, enthält Haare und Obstkerne und liegt an festen Kotplätzen, meist auf dem Dachboden.
- Frischer Kot ist weich und glänzend, alter Kot matt und bröselig. Wer frischen Kot findet, hat einen aktiven Befall.
- Kot nie trocken fegen oder saugen. Handschuhe, Maske, anfeuchten, entsorgen. So schützen Sie sich vor Erregern wie Hantaviren, Leptospiren und Salmonellen.
Warum der Kot die wichtigste Spur ist
Ratten und Mäuse sehen Sie selten. Sie sind nachtaktiv, scheu und bewegen sich entlang von Wänden und Rohren, wo niemand hinschaut. Ihr Kot dagegen bleibt liegen. Er verrät, welches Tier im Haus ist, wo es läuft, ob es noch da ist und wie groß der Befall ungefähr ist. Wer den Kot richtig deutet, spart sich falsche Fallen und falsche Maßnahmen. Wer ihn falsch deutet, bekämpft wochenlang Mäuse, obwohl eine Wanderratte im Keller sitzt, oder umgekehrt.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Rattenkot von Mäusekot, Marderkot und den Hinterlassenschaften von Igeln, Fledermäusen und Eichhörnchen unterscheiden, wie Sie das Alter des Kots einschätzen und wie Sie ihn gefahrlos entfernen.
So sieht Rattenkot aus
In Nordrhein-Westfalen haben Sie es fast immer mit der Wanderratte zu tun. Ihr Kot ist:
- Größe: etwa 1 bis 2 Zentimeter lang und bis zu 6 Millimeter dick, ungefähr so groß wie eine Bohne oder ein Olivenkern.
- Form: spindelförmig, an beiden Enden eher stumpf abgerundet, manchmal leicht gebogen.
- Farbe: frisch dunkelbraun bis schwarz, später grau und stumpf.
- Lage: in Gruppen von einigen bis mehreren Dutzend Stück an festen Stellen, meist entlang der Laufwege an Wänden, hinter Geräten, an Rohrdurchführungen oder neben dem Bau. Wanderratten nutzen Kotplätze, sie verteilen den Kot nicht wahllos.
- Menge: ein einzelnes Tier setzt etwa 40 Kotballen pro Tag ab. Große Mengen an einer Stelle bedeuten nicht automatisch viele Tiere, sondern oft nur einen lange genutzten Platz.
Die Hausratte, die in unserer Region nur noch selten vorkommt, hinterlässt kleineren Kot: etwa 1 Zentimeter lang, deutlich schlanker, gebogen wie eine Banane und mit spitzen Enden. Sie verstreut ihn eher als die Wanderratte, weil sie ständig klettert und unterwegs kotet. Welche Art bei Ihnen lebt, erklärt der Ratgeber Wanderratte oder Hausratte.
Zum Kot kommen bei Ratten fast immer weitere Spuren: dunkle Schmierspuren an Wänden und Rohren, wo das fettige Fell entlangstreift, ausgetretene Laufwege, Nagespuren mit zwei parallelen Rillen an Holz, Kunststoff und Kabeln und ein strenger Uringeruch. Fehlen diese Spuren komplett, ist der Kot meist nicht von Ratten.
Mäusekot: klein, spitz, überall
Hausmäuse produzieren auffallend viel Kot, meist 50 bis 80 Stück pro Nacht und Tier. Er ist:
- 3 bis 8 Millimeter lang, etwa reiskorngroß,
- an beiden Enden spitz zulaufend,
- schwarz und leicht gekrümmt,
- über die gesamte Laufstrecke verstreut, in Schubladen, auf Arbeitsflächen, unter der Spüle, in Vorratsschränken, hinter dem Herd.
Mäuse koten praktisch im Laufen. Wer morgens einzelne kleine Krümel auf der Arbeitsplatte findet, die sich über die Küche verteilen, hat Mäuse, keine Ratten. Ein typischer Fall sind Mäuse in der Küche, die nachts hinter den Sockelleisten hervorkommen. Rattenkot in der Küche ist dagegen die Ausnahme, weil Ratten in Wohnräumen meist im Keller oder in Hohlräumen bleiben und nur zum Fressen kommen.
Ein weiterer Unterschied ist der Geruch: Mäuseurin riecht süßlich-stechend nach Ammoniak, besonders in geschlossenen Schränken. Rattenurin riecht schwerer und muffiger.
Marderkot: groß, gedreht, mit Haaren
Steinmarder hinterlassen den größten und am leichtesten erkennbaren Kot:
- 8 bis 10 Zentimeter lang, etwa 1 bis 2 Zentimeter dick,
- wurstförmig, in sich gedreht, an einem Ende spitz ausgezogen,
- durchsetzt mit Haaren, Federn, Obstkernen und Beerenschalen,
- intensiver Geruch.
Marder legen feste Kotplätze an, sogenannte Latrinen, meist auf dem Dachboden, in Dämmwolle oder in Ecken. Dort sammelt sich über Monate eine große Menge Kot, oft zusammen mit Beuteresten. Wer auf dem Dachboden solche Kotplätze findet und nachts polternde, laute Geräusche hört, hat einen Marder, keine Ratte. Ratten auf dem Dachboden verraten sich durch leises Trippeln, Kratzen und kleinen, in Gruppen liegenden Kot. Mehr dazu in den Ratgebern Marder auf dem Dachboden und Geräusche in der Wand.
Weitere Verwechslungen: Igel, Fledermaus, Eichhörnchen
- Igelkot liegt im Garten, auf Terrassen und Rasenflächen, nie im Haus. Er ist 3 bis 5 Zentimeter lang, walzenförmig, schwarz glänzend und enthält Reste von Käferpanzern. Igel sind besonders geschützt, ihr Kot ist kein Grund zur Sorge.
- Fledermauskot findet sich unter Dachüberständen, an Hauswänden und auf Dachböden, oft als kleine Häufchen direkt unter dem Hangplatz. Er ähnelt Mäusekot, zerfällt aber zwischen den Fingern zu glänzendem Staub aus Insektenresten, während Mäusekot hart bleibt und schmiert. Fledermäuse sind streng geschützt und dürfen nicht gestört werden.
- Eichhörnchenkot ist rund bis oval, 5 bis 8 Millimeter groß, meist braun und liegt einzeln oder in kleinen Gruppen unter Bäumen oder am Dachrand. Auf dem Dachboden kommt er selten vor.
Frisch oder alt: Ist der Befall aktiv?
Der Zustand des Kots sagt Ihnen, ob die Tiere noch da sind:
| Zustand | Aussehen | Bedeutung |
|---|---|---|
| Frisch (bis 2 Tage) | dunkel, weich, glänzend, feucht | Tiere sind aktuell im Objekt |
| Einige Tage alt | matt, härter, noch dunkel | Befall wahrscheinlich aktiv |
| Wochen bis Monate alt | grau, staubig, bröselig, schimmelig | alter Befall oder verlassener Laufweg |
Ein einfacher Test: Kehren Sie einen Bereich mit gefundenem Kot vollständig ab, legen Sie ein Blatt Papier oder eine dünne Mehlschicht aus und schauen Sie nach zwei Nächten nach. Neuer Kot oder Fußspuren zeigen einen aktiven Befall. Drücken Sie Kot nur mit Handschuh und nie mit bloßen Fingern zusammen.
Vergleich auf einen Blick
| Tier | Länge | Form | Lage | Weitere Spuren |
|---|---|---|---|---|
| Wanderratte | 1 bis 2 cm | spindelförmig, stumpfe Enden | in Gruppen an festen Plätzen | Schmierspuren, Laufwege, Nagespuren, Erdlöcher |
| Hausratte | ca. 1 cm | schlank, gebogen, spitze Enden | verstreut, oft oben im Haus | Kletterspuren, Nester im Dach |
| Hausmaus | 3 bis 8 mm | reiskornförmig, spitze Enden | überall verstreut, sehr viele | Ammoniakgeruch, angefressene Verpackungen |
| Steinmarder | 8 bis 10 cm | wurstförmig, gedreht, mit Haaren | Latrinen auf dem Dachboden | Poltern nachts, zerwühlte Dämmung |
| Igel | 3 bis 5 cm | walzenförmig, mit Käferresten | Garten, Terrasse | keine im Haus |
| Fledermaus | 5 bis 8 mm | wie Mäusekot, zerbröselt zu Staub | unter Hangplätzen | keine Nagespuren |
Kot sicher entfernen
Kot und Urin von Nagern können Erreger enthalten. In Deutschland sind Infektionen selten, aber Salmonellen, Leptospiren und Hantaviren werden dokumentiert. Ein Risiko entsteht vor allem, wenn eingetrockneter Kot aufgewirbelt und eingeatmet wird. Deshalb gilt:
- Nicht trocken fegen und nicht mit dem Haushaltsstaubsauger aufsaugen. Beides verteilt feinen Staub in der Luft.
- Einmalhandschuhe und eine FFP2-Maske tragen, in engen Räumen wie Zwischendecken oder Dachböden zusätzlich lüften.
- Kot und verschmutzte Flächen mit Desinfektionsmittel oder einer Wasser-Reiniger-Lösung ansprühen und einige Minuten einwirken lassen.
- Mit Küchenpapier aufnehmen, in einen Beutel geben, verschließen und über den Restmüll entsorgen.
- Flächen nachreinigen, Hände waschen, Kleidung waschen.
- Kontaminierte Lebensmittel wegwerfen, auch wenn die Verpackung nur angeknabbert ist.
Stark verschmutzte Dämmung, Zwischendecken oder Vorratsräume nach einem längeren Befall reinigen wir auf Wunsch, inklusive Desinfektion. Das ist eine eigene Leistung mit eigenem Festpreis je Termin.
Wann Sie den Kammerjäger rufen sollten
Einzelner alter Kot in der Garage ist kein Notfall. Frischer Rattenkot im Haus dagegen schon, denn Ratten gelten als Gesundheitsschädlinge nach dem Infektionsschutzgesetz, und der Befall wächst schnell. Rufen Sie an, wenn
- Sie frischen Rattenkot im Keller, in Zwischendecken, im Vorratsraum oder in der Wohnung finden,
- Kot an mehreren Stellen im Haus auftaucht,
- Kot zusammen mit Nagespuren an Kabeln oder Rohren vorkommt,
- Sie in einem Lebensmittelbetrieb, einer Gastronomie oder einem Mehrfamilienhaus Kot finden.
Wir bestimmen vor Ort anhand von Kot, Spuren und Zugängen die Art und den Umfang des Befalls, sichern die Zugänge und bekämpfen mit Schlagfallen oder zugelassenen Ködern in verschlossenen Stationen. Jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis, abgerechnet per Rechnung. Typische Fälle sind Ratten im Keller von Altbauten in Bochum, Essen oder Dortmund, wo Kot an Rohrdurchführungen und hinter Heizungsanlagen der erste Hinweis ist. Wie Sie außerdem am Bau im Garten erkennen, ob Ratten unterwegs sind, lesen Sie im Ratgeber Rattenloch im Garten erkennen.
Wer selbst mit Ködern arbeiten möchte, sollte vorher wissen, was erlaubt ist: Rattengift: Was Privatpersonen dürfen.
Häufige Fragen
Wie sieht frischer Rattenkot aus?
Frischer Rattenkot ist dunkel, weich, leicht glänzend und lässt sich mit einem Handschuh eindrücken. Nach zwei bis drei Tagen wird er hart, matt und grau, nach Wochen zerbröselt er. Frischer Kot bedeutet, dass die Tiere aktuell im Objekt unterwegs sind.
Kann ich Rattenkot mit Mäusekot verwechseln?
Bei genauem Hinsehen kaum. Rattenkot ist etwa so groß wie eine Bohne oder ein Reiskorn mal drei, Mäusekot so groß wie ein Reiskorn oder kleiner. Mäuse hinterlassen außerdem sehr viel Kot, oft 50 bis 80 Stück pro Nacht, verstreut über die gesamte Laufstrecke. Ratten koten bevorzugt an festen Stellen.
Ist Rattenkot gefährlich?
Kot und Urin von Ratten können Krankheitserreger enthalten, zum Beispiel Salmonellen, Leptospiren oder Hantaviren. Ansteckungen sind in Deutschland selten, aber möglich, vor allem über aufgewirbelten Staub. Deshalb Kot nie trocken aufkehren, sondern mit Handschuhen und Maske anfeuchten und entsorgen.
Wer entfernt den Kot nach der Bekämpfung?
Einzelne Kotspuren entfernen Sie nach der Bekämpfung selbst mit Handschuhen, Maske und Desinfektionsmittel. Bei stark verschmutzten Dachböden, Zwischendecken oder Kellern übernehmen wir die Reinigung und Desinfektion als eigene Leistung mit vorab genanntem Festpreis je Termin.