Das Wichtigste in Kürze
- Ratten halten keinen Winterschlaf. Im Herbst sind die Bestände nach dem Sommer am größten, gleichzeitig wird das Futter draußen knapp. Deshalb ziehen die Tiere ab Oktober in Keller, Garagen, Ställe, Komposter und die Kanalisation.
- Die häufigsten Winter-Einstiege sind Kellerfenster, Lichtschächte, Rohrdurchführungen, Garagentore mit Spalt und defekte Kanalanschlüsse. Wer sie im Herbst verschließt, hat im Winter meist Ruhe.
- Vogelfutter, Tierfutter, Komposter mit Speiseresten und Fallobst ernähren im Winter ganze Rattenfamilien. Ohne Futterentzug hilft keine Bekämpfung dauerhaft.
- Bei Wärme und Futter vermehren sich Ratten auch im Winter weiter. Ein Befall im Heizungskeller wächst deshalb nicht langsamer als im Sommer.
Ratten halten keinen Winterschlaf
Viele Kunden gehen davon aus, dass Ratten im Winter verschwinden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Wanderratte, die im Ruhrgebiet und Rheinland praktisch überall lebt, ist ganzjährig aktiv. Sie hält weder Winterschlaf noch Winterruhe. Was sich im Winter ändert, ist nicht die Aktivität, sondern der Ort: Draußen wird das Futter knapp, die Temperaturen fallen, und die Tiere suchen sich Quartiere, in denen es warm, trocken und ruhig ist. Das sind Keller, Garagen, Ställe, Gartenhäuser, Komposthaufen und die Kanalisation.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Von Frühjahr bis Herbst hat jedes Weibchen mehrere Würfe großgezogen. Im Oktober ist der Bestand einer Population so groß wie sonst nie im Jahr. Viele Tiere, wenig Futter, erste Fröste, das ist der Grund, warum sich die Meldungen bei uns ab Oktober häufen und bis in den Februar auf hohem Niveau bleiben.
Und noch etwas ist wichtig: Wer Ratten im Heizungskeller hat, hat ihnen einen Sommer im Winter geschenkt. Bei Wärme und Futter vermehren sich die Tiere ungebremst weiter. Der Befall, der im November mit zwei Tieren begann, ist im März eine Familie.
Wo Ratten im Winter hinziehen
- Keller und Heizungsräume. Warm, ungestört, oft mit Vorräten, Tierfutter oder Müll. Der Klassiker, mehr dazu auf unserer Seite zu Ratten im Keller.
- Garagen und Gartenhäuser. Gerümpel, Kartons, Vogelfutter- und Saatgutsäcke, Holzstapel. Ein Spalt unter dem Garagentor reicht.
- Ställe und Tierhaltung. Hühner, Kaninchen, Tauben, Pferde: Wo Futter offen steht und Wärme entsteht, sind Ratten im Winter fast sicher.
- Komposthaufen. Im Inneren eines Komposters ist es auch bei Frost warm, dazu gibt es Speisereste. Ratten graben dort Nester.
- Kanalisation. Das eigentliche Winterquartier der Stadtratte: frostfrei und voller Nahrung. Von dort geht es über defekte Anschlüsse in Keller und Höfe.
- Unter Terrassen, Podesten und Gartenhäusern. Hohlräume mit Erdkontakt, in die die Tiere Baue graben.
Die typischen Winter-Einstiege
Ratten brauchen für den Einstieg eine Öffnung von etwa zwei Zentimetern, also so groß wie ein Daumen. Im Winter sind vor allem diese Stellen betroffen:
- Kellerfenster und Lichtschächte. Zerbrochene Scheiben, gekippte Fenster, fehlende Gitterroste. Lichtschächte mit Laub sind zudem ein Versteck.
- Rohr- und Kabeldurchführungen. Wo Wasser, Gas, Strom oder Telefon ins Haus kommen, sind die Löcher oft nur mit Bauschaum gefüllt. Bauschaum ist für Ratten kein Hindernis.
- Garagentore und Nebentüren. Ein Spalt unter dem Tor, eine verzogene Holztür, ein kaputter Türbesen.
- Lüftungsöffnungen und Kellerabgänge. Offene Kellerlüftungen ohne Gitter, Außentreppen mit Hohlraum.
- Defekte Kanalanschlüsse und Rückstauklappen. Wenn Ratten immer wieder im Keller auftauchen, obwohl alle Fenster dicht sind, lohnt ein Blick auf den Hausanschluss. Gebrochene Rohre und fehlende oder defekte Rückstauklappen sind häufige Ursachen, das sollte ein Fachbetrieb für Sanitär oder Kanal prüfen.
- Bauliche Lücken. Abgeplatzter Putz am Sockel, Hohlräume hinter Fassadenverkleidungen, Anbauten mit offenen Fugen.
Das Verschließen dieser Stellen mit bissfestem Material, also Mörtel, Blech, Edelstahlgewebe oder Edelstahlwolle, ist die wichtigste Wintervorsorge. Wir zeigen Ihnen beim Termin, welche Stellen betroffen sind.
Futter im Winter: Was Ratten am Haus hält
Ohne Futter bleibt keine Ratte. Im Winter sind das vor allem Quellen, die Menschen gut meinen:
- Vogelfutter. Das Winterfutter für Meisen landet zur Hälfte auf dem Boden, und nachts holen es sich die Ratten. Futtersäulen mit Auffangschale, abends leeren, keine Futterreste liegen lassen.
- Tierfutter. Hunde- und Katzenfutter im Napf auf der Terrasse, Hühnerfutter im offenen Sack, Pferdefutter im Stall. Alles in Metall- oder dickwandige Kunststoffbehälter, Näpfe abends hereinholen.
- Komposter. Gekochte Speisereste, Brot, Fleisch und Käse gehören nicht auf den Kompost, und schon gar nicht im Winter, wenn sonst wenig zu holen ist.
- Fallobst und Nüsse. Was im Herbst liegen bleibt, ist im Dezember noch da. Regelmäßig aufsammeln.
- Mülltonnen und gelbe Säcke. Offene Deckel, Säcke, die Tage vor der Abfuhr draußen stehen, Sperrmüll. Wie Sie Ihren Garten insgesamt unattraktiv machen, steht ausführlich im Ratgeber Ratten im Garten oder am Haus.
Woran Sie den Winterbefall erkennen
Im Winter sind Ratten leichter nachzuweisen als im Sommer, weil sie sich auf wenige Stellen konzentrieren:
- Kot in Gruppen entlang von Wänden, an Türschwellen, unter Regalen: spindelförmig, ein bis zwei Zentimeter lang, frisch glänzend. Wie Sie ihn sicher von Mäuse- und Marderkot unterscheiden, steht im Ratgeber Rattenkot erkennen.
- Schmierspuren, dunkle fettige Streifen an Rohren, Sockeln und Kanten, die die Tiere immer wieder entlanglaufen.
- Nagespuren an Kabeln, Säcken, Holz, Kunststoffrohren und an der Unterkante von Türen.
- Geräusche nachts aus dem Keller, Kratzen und Nagen, bei starkem Befall auch tagsüber. Wie sich Ratten von Mäusen und Mardern unterscheiden, erklärt der Ratgeber Geräusche in der Wand.
- Spuren im Schnee. Der Winter hat einen Vorteil: Laufwege, Tunnel und Löcher am Sockel, unter der Terrasse oder am Komposter sind bei Schnee deutlich sichtbar, oft mit Schwanzspur. Wer morgens die Spuren zum Kellerfenster verfolgt, hat den Einstieg gefunden. Was ein Erdloch im Garten bedeutet, steht im Ratgeber Rattenloch im Garten erkennen.
- Geruch. Ein stechender, ammoniakartiger Geruch im Keller spricht für einen länger bestehenden Befall.
Herbst-Checkliste: So bereiten Sie das Haus vor
Die beste Rattenbekämpfung im Winter ist die, die nicht nötig wird. Diese Punkte lassen sich an einem Wochenende im Oktober abarbeiten:
- Kellerfenster und Lichtschächte auf Scheiben, Gitter und Verschluss prüfen, gekippte Fenster schließen.
- Alle Rohr- und Kabeldurchführungen am Sockel und im Keller mit Mörtel oder Edelstahlwolle verschließen, Bauschaum ersetzen.
- Garagentor und Nebentüren auf Spalten prüfen, Türbesen oder Bürstendichtungen anbringen.
- Kellerlüftungen mit engmaschigem Metallgitter versehen, Maschenweite höchstens ein Zentimeter.
- Vogelfutterstelle mit Auffangschale, Tierfutter in Metallbehälter, Näpfe abends hereinholen.
- Komposter auf Speisereste prüfen, Boden mit Drahtgitter sichern, Fallobst aufsammeln.
- Holzstapel auf Paletten, Gerümpel und Kartons aus Garage und Keller entsorgen, Regale mit Abstand zur Wand.
- Mülltonnen mit geschlossenem Deckel, gelbe Säcke erst am Abfuhrtag nach draußen.
- Bei wiederkehrendem Befall im Keller: Kanalanschluss und Rückstauklappe von einem Fachbetrieb prüfen lassen.
Warum die Bekämpfung im Winter oft gut funktioniert
Aus Sicht des Schädlingsbekämpfers hat der Winter zwei Vorteile. Erstens konzentrieren sich die Tiere auf wenige Quartiere und Laufwege, weil sie draußen keine Ausweichmöglichkeiten haben. Köderstationen und Fallen lassen sich dadurch sehr gezielt setzen. Zweitens ist die Konkurrenz durch natürliche Nahrung geringer, sodass Köder und Fallenköder in der Regel besser angenommen werden als im Sommer, wenn Fallobst, Saatgut und Insekten reichlich vorhanden sind. Eine Garantie ist das nicht, Ratten sind köderscheu und brauchen manchmal Tage, bis sie eine neue Station akzeptieren. Aber die Bedingungen sind meist günstiger.
Frost ist dabei kein Problem. Köderstationen sind verschlossen und halten Köder trocken, Schlagfallen in Boxen arbeiten auch bei Minusgraden. Im Gebäude spielt die Außentemperatur ohnehin keine Rolle. Wichtig ist, dass jede Köderstation verankert, dokumentiert und nach Abschluss wieder entfernt wird. Eine dauerhafte Beköderung als Vorsorge ist nicht mehr zulässig, was wir stattdessen anbieten, steht unter Rattenbekämpfung.
So gehen wir im Winter vor
Am Telefon klären wir zuerst, ob es sich wirklich um Ratten handelt, was in Kellern häufig, in Wohnungen und auf Dachböden seltener der Fall ist. Beim ersten Termin erfassen wir Laufwege, Einstiege, Nester und Futterquellen, oft mit Spuren im Schnee und Monitoring-Ködern ohne Wirkstoff. Erst bei nachgewiesenem Befall setzen wir Köder in verschlossenen Stationen oder Schlagfallen in Boxen, je nach Objekt auch mit digitaler Fangmeldung. Sie erhalten eine Liste der baulichen Stellen, die verschlossen werden müssen, und der Futterquellen, die wegmüssen. Nachkontrollen folgen im Abstand von einigen Tagen bis Wochen, jede als eigener Termin mit vorab genanntem Festpreis. Wie viele Termine nötig sind, hängt vom Befall ab und davon, ob die Ursachen beseitigt werden. Im Garten und rund ums Haus arbeiten wir auch im Winter, Details auf der Seite zu Ratten im Garten.
Besonderheiten im Ruhrgebiet und Rheinland
Die alte Kanalisation der Bergbaustädte, Bahntrassen, Halden und renaturierte Bäche sind ganzjährig Rattenlebensraum. Im Winter kommt dazu, dass Kanalarbeiten und Frost die Tiere aus ihren Quartieren treiben. In Dortmund, Gelsenkirchen und Duisburg sehen wir jeden Winter, dass ein einziger Innenhof mit offenen Mülltonnen oder ein Taubenschlag einen ganzen Straßenzug versorgt. Sprechen Sie mit den Nachbarn, bevor Sie uns rufen, denn eine Bekämpfung auf einem Grundstück bringt wenig, wenn nebenan weiter gefüttert wird. Für Privatgrundstücke sind Sie als Eigentümer selbst zuständig, für Kanal und öffentliche Flächen die Stadt. Wir sind in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs, alle Städte unter Einsatzgebiete.
Rechtslage auf einen Blick
- •Ratten sind Gesundheitsschädlinge nach § 2 Nr. 12 Infektionsschutzgesetz. Städte in NRW regeln über ordnungsbehördliche Verordnungen, dass Eigentümer und Nutzungsberechtigte einen Befall auf ihrem Grundstück bekämpfen zu lassen, auch im Winter.
- •Rodentizide dürfen nur bei nachgewiesenem Befall eingesetzt werden. Eine befallsunabhängige Dauerbeköderung ist seit dem 1. Juli 2026 ohne Ausnahme untersagt. Wirkstoffe der zweiten Generation sind Fachbetrieben mit Sachkunde vorbehalten.
- •Klebefallen sind nach § 13 Tierschutzgesetz verboten. Schlagfallen müssen sofort töten (§ 4 TierSchG).
Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Genehmigungen ist die zuständige Behörde Ihrer Stadt der richtige Ansprechpartner, wir helfen bei der Einordnung.
Häufige Fragen
Verschwinden die Ratten im Frühjahr von selbst wieder?
Meistens nicht. Anders als Waldmäuse, die im Frühjahr oft wieder nach draußen ziehen, bleibt eine Rattenfamilie dort, wo sie Futter, Wärme und Ruhe gefunden hat. Wenn die Tiere im Winter im Keller Junge bekommen haben, ist der Bestand im Frühjahr größer als im Herbst. Warten ist deshalb keine Lösung.
Wirken Köder und Fallen bei Frost überhaupt?
Ja. Köderstationen und Schlagfallen funktionieren auch bei Minusgraden, wir achten nur darauf, dass Fallen nicht einfrieren und Köder in verschlossenen Stationen trocken bleiben. Im Gebäude spielt die Außentemperatur ohnehin keine Rolle. Draußen nutzen wir den Winter sogar: Im Schnee sind Laufwege, Löcher und Tunnel deutlich besser zu sehen als im Sommer.
Warum sind es gerade im Herbst und Winter so viele?
Rattenweibchen bekommen von Frühjahr bis Herbst mehrere Würfe mit jeweils sechs bis zwölf Jungen. Im Oktober ist der Bestand deshalb am größten. Gleichzeitig verschwinden draußen Ernte, Fallobst und Insekten, die Tiere suchen neue Futterquellen und frostsichere Quartiere, und die finden sie in Wohngebieten. Deshalb häufen sich die Meldungen bei uns von Oktober bis Februar.
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
Meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen, je nach Dringlichkeit oft auch sofort. Rufen Sie kurz während unserer Öffnungszeiten an, wir klären am Telefon, ob es sich um Ratten handelt und was nötig ist. Die Erstberatung ist kostenlos, jeder Termin hat einen vorab genannten Festpreis, Sie zahlen per Rechnung.