Mäuse im Haus: Erlaubte Fallen und was wirklich hilft

Mäuse im Haus erkennen, Zugänge finden, richtig handeln: erlaubte Fallen, Verbot von Klebefallen, Hantavirus-Vorsicht und wann der Kammerjäger hilft.

Ratgeber der Knipp, Neumann & Co. GmbH · 8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Mäuse kommen ab Herbst durch Öffnungen von 6 bis 7 Millimetern ins Haus. Ohne Abdichtung kommen sie jedes Jahr wieder.
  • Erlaubt sind Schlagfallen, die sofort töten, und Lebendfallen, die Sie mindestens morgens und abends kontrollieren. Klebefallen verstoßen gegen das Tierschutzgesetz.
  • Gift mit Antikoagulanzien gibt es für Privatpersonen seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr im Handel, Restbestände dürfen bis zum 22. Oktober 2026 aufgebraucht werden. Erlaubt bleiben Alphachloralose-Köder gegen Hausmäuse in Gebäuden. In Wohnräumen sind Fallen ohnehin die bessere Wahl.
  • Mäusekot nie trocken aufkehren. Anfeuchten, Handschuhe und Atemschutz tragen, wegen Hantaviren, die vor allem die Rötelmaus überträgt.

Welche Maus ist es?

In Häusern im Ruhrgebiet und Rheinland treffen wir vor allem drei Arten an:

  • Hausmaus (Mus musculus): graubraun, 7 bis 10 Zentimeter, lebt ganzjährig in Gebäuden, vermehrt sich das ganze Jahr, riecht stechend. Der klassische Fall in Küchen, Vorratsräumen und Mehrfamilienhäusern.
  • Waldmaus und Gelbhalsmaus (Apodemus): große Augen und Ohren, heller Bauch, springt weit. Kommt im Herbst aus Gärten und Feldrändern in Keller, Garagen, Dachböden und Gartenhäuser, oft in Stadtrandlagen wie Bochum-Stiepel, Essen-Kettwig, Dortmund-Syburg oder rund um die Haard und den Baldeneysee. Verschwindet im Frühjahr teilweise wieder.
  • Rötelmaus (Myodes glareolus): rötlicher Rücken, kürzerer Schwanz, eher in Schuppen, Holzstapeln und Gartenhäusern. Sie ist der wichtigste Überträger des Puumala-Hantavirus.

Woran Sie einen Befall erkennen: reiskorngroßer, schwarzer Kot, Nagespuren an Verpackungen, Kabeln und Holz, angefressene Lebensmittel, Rascheln in Wänden und Decken, Nester aus Papier und Dämmwolle, süßlich-stechender Geruch. Bei Unsicherheit, ob es Mäuse oder Ratten sind, hilft der Ratgeber Ratten am Haus.

Schritt 1: Zugänge finden und schließen

Mäuse brauchen nur eine Öffnung von 6 bis 7 Millimetern, das entspricht einem Bleistift. Typische Einstiege:

  • Rohrdurchführungen für Heizung, Wasser, Strom und Telefon
  • Lüftungsgitter mit zu großen Maschen, defekte Kellerfenster
  • Spalten unter Haustüren, Garagen- und Kellertüren
  • Risse im Sockel, undichte Anschlüsse an Terrassen und Wintergärten
  • Dachüberstände, Traufen, Rollladenkästen
  • Aufzugschächte und Versorgungsschächte in Mehrfamilienhäusern

Verschließen Sie Löcher mit Edelstahlwolle und Mörtel oder Metallblech. Bauschaum allein nützt nichts, Mäuse nagen ihn durch. Türen bekommen Bürstendichtungen, Lüftungen Gitter mit maximal 5 Millimetern Maschenweite. Diese Arbeit ist der einzige Teil der Bekämpfung, der dauerhaft wirkt.

Schritt 2: Erlaubte Fallen richtig einsetzen

Das Tierschutzgesetz verlangt, dass Wirbeltiere nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden und dass der Anwender die nötigen Kenntnisse hat. Auch als Privatperson. Das schränkt die Auswahl ein:

FalleErlaubt?Hinweise
Schlagfalle (Holz, Kunststoff, Metall)JaMuss sofort töten. Kräftige Modelle wählen, an der Wand entlang platzieren, in Boxen, wenn Kinder oder Haustiere im Haus sind
LebendfalleJa, mit KontrollpflichtMindestens morgens und abends leeren. Tiere in Lebendfallen sterben sonst an Stress, Durst oder Unterkühlung, das ist eine Tierschutzverletzung
ElektrofalleJaTötet durch Stromschlag, funktioniert nur mit vollen Batterien, regelmäßig prüfen
Klebefalle, LeimbrettNeinTiere kleben stundenlang fest und reißen sich Gliedmaßen aus. Verstoß gegen § 13 und § 1 Tierschutzgesetz, Bußgeld bis 25.000 Euro
UltraschallWirkungslosKein belastbarer Wirksamkeitsnachweis, Tiere gewöhnen sich innerhalb von Tagen

Als Köder eignen sich Nussnougatcreme, Erdnussbutter oder Haferflocken mit Schokolade besser als Käse. Fallen nie mit bloßen Händen bestücken, Mäuse riechen den Menschen. Stellen Sie lieber acht Fallen auf als zwei, und kontrollieren Sie täglich. Tote Tiere mit Handschuhen entnehmen, doppelt in Plastiktüten verpackt in den Restmüll.

Schritt 3: Gift, ja oder nein?

Für Privatpersonen hat sich die Frage seit dem 1. Juli 2026 erledigt: Köder mit Antikoagulanzien sind nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde zugelassen und werden nicht mehr an Privatpersonen abgegeben. Eine angebrochene Packung aus dem Keller darf bis zum 22. Oktober 2026 nach Etikett in einer Köderstation aufgebraucht werden, danach gehört sie in die Schadstoffsammlung. Was Verbraucher gegen Mäuse noch kaufen dürfen, sind Köder mit dem Wirkstoff Alphachloralose: kein Antikoagulans, zugelassen nur gegen Hausmäuse in geschlossenen Gebäuden und nur in Köderboxen, nicht gegen Ratten. Gefährlich sind sie trotzdem, vor allem für Katzen, die eine vergiftete Maus fressen. In Wohnräumen raten wir von Gift ohnehin ab: Vergiftete Mäuse sterben in Zwischendecken und Hohlwänden, und der Geruch bleibt wochenlang. Fallen sind hier sauberer, schneller und kontrollierbar. Was rechtlich genau gilt, steht im Ratgeber Rattengift: Was Privatpersonen dürfen.

Hantaviren: Vorsicht beim Aufräumen

Mäuse scheiden Hantaviren über Kot, Urin und Speichel aus. Menschen infizieren sich, wenn sie getrockneten Kot und Staub einatmen, typischerweise beim Fegen von Schuppen, Dachböden, Gartenhäusern oder Garagen. In Nordrhein-Westfalen gibt es jedes Jahr Fälle, besonders in Jahren mit vielen Rötelmäusen nach Buchenmastjahren. Die Krankheit verläuft meist grippeähnlich, kann aber Nierenversagen auslösen.

So schützen Sie sich:

  1. Raum vor dem Putzen 30 Minuten lüften.
  2. Kot und Nester mit Wasser und Haushaltsreiniger oder Desinfektionsmittel gut anfeuchten, nicht fegen, nicht staubsaugen.
  3. Einweghandschuhe und FFP2-Maske tragen.
  4. Material in verschlossenen Tüten entsorgen, danach Flächen wischen, Hände waschen.

Wann der Fachbetrieb sinnvoll ist

Bei ein paar Waldmäusen im Herbst kommen Sie mit Abdichten und Fallen meist selbst zurecht. Den Kammerjäger holen Sie, wenn:

  • nach zwei Wochen Fallenstellen weiter frischer Kot auftaucht,
  • Mäuse in Dämmung, Zwischendecken oder Aufzugschächten sitzen,
  • ein Mehrfamilienhaus betroffen ist und die Ursache im Gebäude liegt,
  • Lebensmittel, eine Gastronomieküche oder ein Betrieb betroffen sind, dort ist eine dokumentierte Bekämpfung ohnehin Pflicht,
  • Sie die Zugänge nicht finden.

Wir suchen die Einstiege, setzen Fallen oder bei Bedarf zugelassene Köder in Stationen, dokumentieren jede Maßnahme und kontrollieren nach. Jeder Termin hat einen Festpreis, abgerechnet per Rechnung. Mehr auf unserer Seite zur Mäusebekämpfung. Wir sind als Kammerjäger in Bochum, Essen, Dortmund und in ganz NRW unterwegs.

Rechtslage auf einen Blick

  • •§ 4 Abs. 1 Tierschutzgesetz: Ein Wirbeltier darf nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Wer ein Wirbeltier tötet, muss die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Das gilt auch für Privatpersonen mit Fallen.
  • •§ 13 Abs. 1 Tierschutzgesetz: Verboten sind Vorrichtungen zum Fangen von Wirbeltieren, die mit vermeidbaren Schmerzen oder Leiden verbunden sind. Klebefallen gegen Mäuse fallen darunter. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeld bis 25.000 Euro, bei erheblichen Leiden Straftat nach § 17 TierSchG.
  • •Lebendfallen müssen so oft kontrolliert werden, dass gefangene Tiere nicht leiden (§ 1 und § 2 TierSchG). Fachbehörden und Tierschutzorganisationen nennen als Richtwert mindestens zweimal täglich, morgens und abends, dazu Futter, Wasser und Nistmaterial in der Falle.
  • •Rodentizide mit Antikoagulanzien sind seit dem 1. Juli 2026 nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde zugelassen (Entscheidung der Bundesstelle für Chemikalien, § 15c GefStoffV). Privatpersonen bekommen sie nicht mehr im Handel; Restbestände bis zum 22. Oktober 2026 aufbrauchen, dann Schadstoffsammlung.

Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Genehmigungen ist die zuständige Behörde Ihrer Stadt der richtige Ansprechpartner, wir helfen bei der Einordnung.

Häufige Fragen

Wie viele Mäuse sind es, wenn ich eine sehe?

Eine einzelne Waldmaus im Herbst kann tatsächlich ein Einzeltier sein. Hausmäuse leben dagegen in Familienverbänden und vermehren sich ganzjährig, ein Weibchen bringt alle drei bis vier Wochen bis zu acht Junge zur Welt. Frischer Kot an mehreren Stellen, Nagespuren und Geruch sprechen für einen Bestand, nicht für ein Einzeltier.

Wo stelle ich Fallen auf?

Direkt an den Laufwegen, das heißt entlang von Wänden, hinter Küchengeräten, in Vorratsschränken und an Stellen mit Kot. Mäuse laufen nicht durch die Raummitte. Auslöser zur Wand hin ausrichten, mehrere Fallen im Abstand von 2 bis 3 Metern, Köder erst nach ein paar Tagen scharf stellen, wenn die Tiere die Falle akzeptiert haben.

Darf ich gefangene Mäuse aussetzen?

Hausmäuse und Waldmäuse sind nicht geschützt, das Aussetzen im Garten bringt aber nichts, weil die Tiere zurückkehren. Setzen Sie sie mindestens einige hundert Meter entfernt in einem naturnahen Bereich aus, nicht auf fremden Grundstücken und nicht bei Frost. Sonst ist das Töten mit Sachkenntnis die tierschutzgerechtere Variante.

Wann sollte ich den Kammerjäger rufen?

Wenn nach zwei Wochen Fallenstellen weiter frischer Kot auftaucht, wenn Mäuse in Zwischendecken oder Dämmung sitzen, wenn Lebensmittel oder ein Gewerbebetrieb betroffen sind oder wenn Sie die Zugänge nicht finden. Das Telefonat kostet nichts, und wir nennen für jeden Termin einen Festpreis.

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