Das Wichtigste in Kürze
- Lebensmittelmotten sind fast immer Dörrobst- oder Mehlmotten. Nicht der Falter frisst, sondern die Larve: eine cremeweiße Raupe mit dunklem Kopf, bis etwa 1,5 Zentimeter lang, die Gespinste in Vorräten hinterlässt.
- Ein Weibchen legt bis zu 300 Eier in Ritzen, Fugen und Verpackungsfalze. Die Entwicklung dauert 30 bis 75 Tage, in warmen Küchen gibt es keine Winterpause.
- Retten lässt sich alles ohne sichtbaren Befall: 24 Stunden bei minus 18 Grad einfrieren oder eine Stunde bei 60 Grad im Backofen erhitzen, danach in dichte Gläser oder Dosen umfüllen. Befallene Ware gehört in den Restmüll.
- Sprays und Pheromonfallen beenden keinen Befall. Pheromonfallen fangen nur Männchen und zeigen, ob noch Falter schlüpfen. Entscheidend sind die Quelle und die Verstecke der Puppen im Schrank.
Welche Motten in Vorräten leben
Wer kleine Falter in der Küche sieht, hat es fast immer mit zwei Arten zu tun. Die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) ist die häufigste: etwa 1 Zentimeter lang, Flügelspannweite bis 2 Zentimeter, die vordere Flügelhälfte hell, die hintere kupferrot bis braun. Sie sitzt tagsüber ruhig an Wänden und Schrankinnenseiten und fliegt in der Dämmerung. Die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) ist etwas größer und einheitlich grau mit dunklen Zickzacklinien, sie taucht vor allem dort auf, wo Mehl und Getreideprodukte lagern, in Bäckereien, Mühlen und Küchen mit großen Mehlvorräten.
Beide Falter fressen nichts. Sie leben wenige Tage, paaren sich und legen ihre Eier. Ein Weibchen schafft bis zu 300 Stück, abgelegt in enge Ritzen, Fugen und die Falze von Verpackungen, direkt an oder in der Nahrung. Der Schaden entsteht ausschließlich durch die Larven.
Die Larve erkennen
Die Larve ist eine kleine Raupe: cremeweiß bis gelblich, manchmal leicht rosa oder grünlich je nach Nahrung, mit einem braunen Kopf, bis etwa 1,5 Zentimeter lang. Sie ist träge, hat sechs kurze Beine und Bauchfüße und bewegt sich kriechend. Verwechslungen gibt es mit Larven von Vorratskäfern, die dunkler, gedrungener und ohne Gespinst sind, und mit Fliegenmaden, die keinen deutlichen Kopf haben.
Das sicherste Merkmal ist das Gespinst: Die Larve spinnt feine, klebrige Fäden, in denen Nahrung, Kot und Häute verklumpen. In einer befallenen Müslipackung hängen Krümel wie an Spinnweben zusammen, Mehl bildet Klumpen mit Fäden, Nüsse und Trockenobst sind von einem feinen Netz überzogen. Oft klebt ein Gespinst an der Innenseite des Deckels oder in der Ecke der Packung.
Zweites Merkmal sind die Bohrlöcher: Die Larven fressen sich durch Folienbeutel, Pappe und dünne Kunststoffe. Ein kleines Loch in einer noch ungeöffneten Packung ist kein Transportschaden, sondern ein Ausgang oder Eingang.
Drittes Merkmal ist der Fundort außerhalb der Nahrung: Zum Verpuppen verlassen die Larven die Packung und wandern nach oben. Sie sitzen dann an Schrankdecken, in der Fuge zwischen Schrank und Wand, in den Bohrlöchern für Regalböden, hinter Leisten, in Deckelfalzen von Vorratsdosen und in den Ecken von Kartons. Dort spinnen sie einen kleinen braunen Kokon. Wer Larven an der Küchendecke findet, hat einen Befall, der schon mehrere Wochen läuft.
Woher der Befall kommt
Der Befall wird eingekauft. Eier oder junge Larven sitzen bereits in einer Packung, wenn sie ins Regal kommt, aus Lagerhaltung, Transport oder Verarbeitung. Zu Hause schlüpfen die Tiere, fressen die Packung leer und fressen sich in die nächste. Besonders häufig sind Müsli, Haferflocken, Mehl, Nüsse, Mandeln, Trockenfrüchte, Gewürze, Tee, Schokolade, Kakao, Reis, Nudeln, Tierfutter und Vogelfutter. Auch Dekoartikel aus Naturprodukten, Duftsäckchen mit Kräutern und Kastanien für Kinder können eine Quelle sein.
Die Entwicklung vom Ei zum Falter dauert je nach Temperatur 30 bis 75 Tage. In einer beheizten Küche laufen mehrere Generationen im Jahr ohne Pause. Das erklärt, warum aus zwei Faltern im Frühjahr bis zum Herbst ein Dauerbefall werden kann und warum der Befall nicht von allein verschwindet.
Im Mehrfamilienhaus wandern die Falter über Treppenhaus, Lüftungsschächte und offene Fenster zwischen den Wohnungen. Wer trotz sauberer Küche immer wieder einzelne Falter sieht, hat manchmal die Quelle beim Nachbarn, in einem Vorratskeller oder in einem Tierfuttersack im Abstellraum.
Vorräte retten: Was bleibt, was geht
In den Restmüll: Alles mit Gespinsten, Larven, Klumpen oder Bohrlöchern. Nicht in den Küchenmülleimer, sondern in einen dicht verschlossenen Beutel und direkt in die Tonne draußen, sonst schlüpfen die Falter im Eimer.
Retten: Alle Packungen, in denen nach genauem Hinsehen nichts zu finden ist. Weil Eier winzig sind und in Falzen sitzen, gilt für alles aus einem befallenen Schrank: entweder mindestens 24 Stunden bei minus 18 Grad einfrieren, oder eine Stunde bei 60 Grad im Backofen erhitzen. Beides tötet Eier und Larven zuverlässig ab, so empfiehlt es das Umweltbundesamt; das ist Ihre Eigenleistung zu Hause, keine Behandlung durch uns. Für Tierfutter ist das Einfrieren der übliche Weg, für Mehl, Nüsse und Getreide funktioniert der Backofen auf einem Blech in dünner Schicht.
Danach umfüllen: In Gläser mit Gummidichtung, Metalldosen oder dicke Kunststoffdosen mit Dichtring. Pappe, Folie, Papiertüten und Beutelclips sind keine Barriere, Larven bohren sich durch. Kleine Mengen kaufen, Vorräte drehen, Neueinkäufe beim Auspacken kurz prüfen.
Den Schrank leer machen und richtig reinigen
Vorräte rauszunehmen reicht nicht, weil Puppen und Eier im Möbel sitzen. Schrank komplett ausräumen, Regalböden herausnehmen, alle Bohrlöcher, Ecken, Scharniere und die Fuge zwischen Schrank und Wand mit dem Fugenaufsatz des Staubsaugers absaugen. Den Staubsaugerbeutel sofort entsorgen oder den Behälter draußen leeren. Danach mit Essigwasser auswischen und trocknen lassen. Auch die Unterseite von Schubladen, den Dunstabzug und die Rückseite des Schranks prüfen, dort sitzen häufig Kokons.
Dann eine Pheromonfalle aufstellen, eine je Raum. Sie fängt ausschließlich Männchen mit einem Sexuallockstoff und beendet den Befall nicht, aber sie zeigt, ob weiter Falter schlüpfen. Bleibt sie über vier bis sechs Wochen leer, ist der Befall vorbei. Fängt sie weiter, sitzt noch eine Quelle: eine vergessene Packung, ein Tierfuttersack, ein Kokon in einer Fuge.
Was nicht hilft
Sprays im Vorratsschrank treffen die Falter an der Wand, nicht die Larven in der Packung und nicht die Puppen im Bohrloch, und sie gehören nicht an Lebensmittel. Duftstoffe wie Lavendel oder Lorbeer schrecken Falter höchstens ab. Schlupfwespen aus dem Versandhandel setzen wir nicht ein und empfehlen sie nicht; sie ersetzen weder die Suche nach der Quelle noch die Reinigung der Verstecke. Nur die Falter erschlagen ändert am Nachschub nichts.
Wann der Fachbetrieb sinnvoll ist
Ein frischer Befall in einem Schrank lässt sich mit Ausräumen, Einfrieren, Reinigen und einer Pheromonfalle gut selbst beenden. Der Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn der Befall nach vier bis sechs Wochen wiederkommt, wenn Larven aus Fugen, Bohrlöchern oder Deckenkanten kommen, die Sie nicht erreichen, wenn die Quelle nicht zu finden ist, wenn mehrere Wohnungen betroffen sind oder wenn es um einen Betrieb geht, in dem jeder Fund dokumentiert werden muss.
Wir finden die Quelle, behandeln die Verstecke der Puppen punktgenau mit zugelassenen Mitteln, nicht flächig im Wohnraum, und kontrollieren mit Pheromonfallen, bis nichts mehr schlüpft. Wie das genau abläuft, steht auf der Seite Lebensmittelmotten in der Küche. Bei Löchern in Wolle und Seide sind es dagegen Kleidermotten, die brauchen ein anderes Vorgehen. Unsere Techniker sind in Bochum, Essen, Gelsenkirchen und ganz NRW unterwegs; am Telefon klären wir, ob Sie selbst weiterkommen und was sonst der erste Termin kostet.
Häufige Fragen
Sind Larven von Lebensmittelmotten gefährlich, wenn man sie mitgegessen hat?
Nein. Larven, Gespinste und Kot sind unappetitlich, aber nicht giftig. Befallene Lebensmittel können allerdings verklumpen, schimmeln oder Milben tragen, deshalb gehören sie in den Müll.
Woher weiß ich, ob es Lebensmittelmotten oder Kleidermotten sind?
Lebensmittelmotten sind etwa 1 Zentimeter lang, grau oder zweifarbig mit kupferroten Flügelspitzen und sitzen in der Küche. Kleidermotten sind kleiner, strohgelb glänzend, ohne Muster, und sitzen im Kleiderschrank, an Teppichen und Polstern. Larven im Müsli sind Lebensmittelmotten, Larven mit Gespinströhrchen im Wollpullover sind Kleidermotten.
Warum finde ich Larven an der Decke, wenn die Vorräte im Schrank sind?
Die Larven verlassen zum Verpuppen die Nahrung und wandern nach oben, an Schrankdecken, Deckenkanten und in Fugen. Larven an der Decke bedeuten fast immer einen fortgeschrittenen Befall mit einer Quelle im Raum.
Reicht es, den Schrank auszuwischen?
Nein. Puppen und Eier sitzen in Bohrlöchern, Scharnieren, Fugen und Schrankrückwänden. Aussaugen mit dem Fugenaufsatz, mit Essigwasser wischen, Staubsaugerbeutel entsorgen, dann Pheromonfalle aufstellen. Kommen nach vier bis sechs Wochen weiter Falter, sitzt noch eine Quelle.
Quellen und Rechtsgrundlagen