Kakerlaken erkennen: Arten, Kot, Verstecke

Kakerlaken erkennen: Deutsche, Orientalische und Amerikanische Schabe, Kot, Eipakete, Häute und Verstecke. Wie Sie einen Befall sicher einordnen.

Ratgeber der Knipp, Neumann & Co. GmbH · 9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kakerlaken und Schaben sind dasselbe. In deutschen Wohnungen und Betrieben tauchen vor allem die Deutsche Schabe (10 bis 15 Millimeter, zwei dunkle Streifen hinter dem Kopf), die Orientalische Schabe (20 bis 28 Millimeter, fast schwarz) und selten die Amerikanische Schabe (rotbraun, bis fast 4 Zentimeter) auf.
  • Sichere Zeichen sind Kot wie gemahlener Pfeffer an Laufwegen, braune Eipakete in Ritzen, Häutungsreste, ein süßlich-muffiger Geruch und Tiere, die nachts bei Licht flüchten.
  • Ein Tier am Tag bedeutet meist einen größeren Befall: Schaben sind nachtaktiv und zeigen sich tagsüber erst, wenn die Verstecke voll sind.
  • Nicht jede Schabe ist ein Schädling: Die Bernstein-Waldschabe fliegt im Sommer durch offene Fenster herein, hat keine Streifen und kann sich in Gebäuden nicht vermehren.

Kakerlake oder Schabe: derselbe Schädling

Kakerlake ist das Alltagswort, Schabe der Fachbegriff, gemeint ist dasselbe Insekt. Weltweit gibt es Tausende Arten, in deutschen Gebäuden spielen drei eine Rolle, dazu eine harmlose Verwandte aus dem Garten, die ständig verwechselt wird. Wer weiß, welche Art vor ihm sitzt, weiß auch, ob er ein Problem hat.

Die drei Arten, die in Gebäuden leben

Deutsche Schabe (Blattella germanica): Die mit Abstand häufigste Art in Küchen, Bädern, Gastronomie und Mehrfamilienhäusern. 10 bis 15 Millimeter, hellbraun bis bernsteinfarben, mit zwei dunklen Längsstreifen auf dem Halsschild direkt hinter dem Kopf. Lange, fadenförmige Fühler, flach, sehr schnell. Sie kann nicht fliegen. Das Weibchen trägt ein Eipaket mit 30 bis 40 Eiern mehrere Wochen mit sich und legt es kurz vor dem Schlupf in einer Ritze ab. Bei Zimmertemperatur dauert die Entwicklung mehrere Monate, in warmen Küchen entstehen mehrere Generationen im Jahr. Ein einzelnes Weibchen kann so den Grundstock für Hunderte Tiere legen.

Orientalische Schabe (Blatta orientalis), auch Küchenschabe oder Kakerlak genannt: 20 bis 28 Millimeter, dunkelbraun bis schwarz, glänzend, träge. Sie mag es kühler und feuchter als die Deutsche Schabe und sitzt in Kellern, Abflüssen, Kanalschächten, Heizungsräumen und Müllräumen. In Wohnungen taucht sie aus dem Keller oder über Abflüsse auf. Sie kann nicht fliegen und klettert schlecht an glatten Flächen.

Amerikanische Schabe (Periplaneta americana): Die größte Art, rotbraun, bis fast 4 Zentimeter, mit heller Zeichnung am Halsschild. Sie braucht Wärme und Feuchte und lebt in Deutschland vor allem in Kanalisation, Gewächshäusern, Großküchen, Kliniken und Gebäuden mit Fernwärme oder Wärmetunneln. In Privatwohnungen ist sie selten, in Betrieben mit Warmwasserleitungen und Schächten nicht.

Seltener kommen die Braunbandschabe (Supella longipalpa, 10 bis 15 Millimeter, mit zwei hellen Querbändern, sitzt gern in warmen Räumen abseits der Küche, etwa hinter Bilderrahmen und in Elektrogeräten) und eingeschleppte Arten aus Pflanzen- und Warenlieferungen vor.

Die harmlose Verwechslung: Bernstein-Waldschabe

Von Juni bis September rufen viele Menschen wegen einer „Kakerlake“ an, die am Fenster, an der Hauswand oder im Wohnzimmer sitzt. Fast immer ist es die Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris). Sie ist etwa 9 bis 14 Millimeter groß, hellbraun, und sieht der Deutschen Schabe ähnlich, aber sie hat keine dunklen Streifen auf dem Halsschild, sondern einen einheitlich braunen. Sie fliegt gut, kommt an warmen Tagen durch offene Fenster herein, lebt draußen von zersetzendem Pflanzenmaterial und kann sich in Gebäuden nicht vermehren. Sie ist weder Vorrats- noch Hygieneschädling. Wer sie findet, setzt sie vor die Tür oder saugt sie auf. Ausführlich: Waldschabe oder Küchenschabe?

Zwei Merkmale reichen für die Unterscheidung: Streifen hinter dem Kopf und Uhrzeit. Zwei dunkle Streifen und nachts in Küche oder Bad: Deutsche Schabe. Kein Streifen, tagsüber am Fenster, fliegt: Waldschabe.

Sichere Zeichen für einen Befall

Kot. Bei der Deutschen Schabe wie gemahlener Pfeffer oder Kaffeesatz, in Ecken, an Scharnieren, hinter dem Kühlschrank, unter der Spüle, entlang der Laufwege an der Wand. Bei Orientalischer und Amerikanischer Schabe kleine zylindrische Krümel mit Längsrillen, 1 bis 2 Millimeter. Dazu dunkle Schmierflecken an Fugen, Kanten und Wänden, wo viele Tiere entlanglaufen.

Eipakete (Ootheken). Braune, längliche Kapseln, 5 bis 8 Millimeter, flach, oft in Ritzen, hinter Sockelleisten, in Schrankscharnieren, an der Rückseite von Geräten. Leere Kapseln sind aufgeplatzt. Wer Eipakete findet, hat eine Population, die sich vermehrt.

Häutungsreste. Schaben häuten sich mehrfach. Die leeren, hellen Hüllen sammeln sich in den Verstecken und in deren Nähe.

Geruch. Bei größerem Befall ein süßlich-muffiger, öliger Geruch, der sich in Schränken und Vorräten festsetzt. Viele Kunden beschreiben ihn, bevor sie das erste Tier sehen.

Tiere. Nachts bei Licht flüchten Schaben schlagartig in Ritzen. Wer nachts die Küche betritt, das Licht einschaltet und mehrere Tiere davonlaufen sieht, hat einen Befall. Tiere am Tag heißen fast immer: Die Verstecke sind voll, die Population ist groß. Tote Tiere hinter Geräten sind ebenfalls ein Hinweis.

Fraßspuren. Angefressene Verpackungen, Fettflecken, Bissspuren an Lebensmitteln, in Betrieben auch an Etiketten und Kartons.

Junge Schaben erkennen

Ein Befall besteht zum größten Teil aus Nymphen, den Jungtieren. Sie sehen aus wie kleine, flügellose Ausgaben der Erwachsenen: Bei der Deutschen Schabe sind sie anfangs nur 2 bis 3 Millimeter groß, dunkelbraun bis fast schwarz, mit einem helleren Längsband auf dem Rücken, das mit jeder Häutung mehr der Streifenzeichnung der Alttiere weicht. Wer in der Küche viele winzige dunkle Tiere sieht, die wie Käferlarven wirken, sieht meist Schabennymphen, und das heißt: Eipakete sind bereits geschlüpft, die Population wächst. Nymphen halten sich noch dichter an den Verstecken auf als Alttiere, deshalb sitzen sie in Schrankscharnieren, hinter Sockelleisten und im Motorraum von Geräten.

Wo Schaben sich verstecken

Deutsche Schaben brauchen Wärme, Feuchte, Nahrung und enge Ritzen, und zwar alles nah beieinander. Typische Verstecke: hinter und unter Kühlschrank, Herd, Geschirrspüler und Mikrowelle, im Motorraum von Geräten, unter der Spüle, in Schrankscharnieren und Bohrlöchern, hinter Sockelleisten und Fliesenspiegeln, in Kabelkanälen, hinter Wandverkleidungen, in Zwischendecken, in Kaffeemaschinen, im Toaster, in Brotkästen. Im Bad hinter Spiegelschränken, unter der Wanne und an Rohrdurchführungen. In Mehrfamilienhäusern laufen sie über Steigleitungen, Müllschächte und Kabelkanäle von Wohnung zu Wohnung.

Orientalische Schaben sitzen tiefer im Gebäude: Keller, Heizungskeller, Abflüsse, Bodenabläufe, Müllräume, Kanalanschlüsse. Wer sie in der Wohnung sieht, sucht den Weg aus dem Keller.

Was Sie tun können, bevor der Fachbetrieb kommt

Ein Tier oder Kot fotografieren und die Stelle notieren, damit die Art bestimmt werden kann. Lebensmittel in dichte Behälter, Krümel und Fettreste beseitigen, Müll täglich raus, Spülbecken abends trocken. Klebefallen ohne Wirkstoff an Laufwegen aufstellen, sie zeigen in wenigen Tagen, wo und wie viele Tiere laufen. Nicht sprühen: Sprays vertreiben die Tiere in Nachbarräume und Nachbarwohnungen, erreichen die Eipakete nicht und machen die Bekämpfung schwieriger. Im Mietshaus die Verwaltung informieren, damit angrenzende Wohnungen mitgeprüft werden. Wie das Vorgehen dann aussieht, steht im Ratgeber Schaben in der Wohnung.

Wann der Fachbetrieb nötig ist

Bei Deutschen Schaben praktisch immer. Die Tiere vermehren sich schnell, die Eipakete sind gegen Spray unempfindlich, und Populationen in Gebäuden haben nach Angaben des Umweltbundesamts inzwischen Verhaltensresistenzen gegen bestimmte Gelköder entwickelt, sie meiden den Zucker darin. Das braucht Erfahrung mit Ködern, Monitoring und Nachkontrollen. Wir bestimmen die Art, finden die Verstecke, setzen Fraßköder gezielt an die Laufwege und kontrollieren mit Monitoringfallen, bis nichts mehr läuft, in Wohnungen, Mehrfamilienhäusern, Gastronomie und Lebensmittelbetrieben in Bochum, Essen, Gelsenkirchen und ganz NRW. Am Telefon klären wir, welche Art es ist und was der erste Termin kostet. Wie viele Termine nötig werden, entscheidet der Befall.

Häufige Fragen

Ich habe eine einzelne Kakerlake gesehen. Ist das schon ein Befall?

Wenn das Tier zwei dunkle Längsstreifen hinter dem Kopf hat und nachts in der Küche oder im Bad saß, sehr wahrscheinlich ja. Deutsche Schaben leben versteckt in Gruppen, ein sichtbares Tier steht für viele in Ritzen. Ein hellbraunes Tier ohne Streifen, das im Sommer am Fenster oder an der Wand sitzt und fliegt, ist dagegen meist eine Bernstein-Waldschabe und harmlos.

Wie sieht Kakerlakenkot aus?

Bei der Deutschen Schabe wie gemahlener Pfeffer oder Kaffeesatz: winzige schwarze Krümel in Ecken, an Scharnieren, hinter Geräten und entlang der Laufwege. Größere Arten hinterlassen zylindrische Krümel von 1 bis 2 Millimetern mit Rillen. Dazu kommen dunkle Schmierflecken an Wänden und Fugen.

Sind Kakerlaken gefährlich?

Sie beißen nicht, können aber Krankheitserreger verschleppen und lösen mit Kot und Häuten Allergien und Asthma aus. Das Umweltbundesamt nennt rund 40 Bakterienarten, die auf Schaben nachgewiesen wurden. In Küchen und Lebensmittelbetrieben sind sie deshalb ein Hygieneproblem, das schnell beseitigt werden muss.

Kann ich Kakerlaken mit Spray aus dem Baumarkt loswerden?

Meist nicht. Spray trifft die sichtbaren Tiere, nicht die Eipakete und die Tiere in Ritzen, und es vertreibt die Population in Nachbarräume oder Nachbarwohnungen. Fraßköder an den Laufwegen, Monitoring und die Behandlung der Verstecke sind der Weg, bei Deutschen Schaben mit Köderresistenz braucht es Erfahrung.

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