Das Wichtigste in Kürze
- Der erste Termin beginnt am Telefon: Art des Schädlings einordnen, Dringlichkeit klären, Festpreis für den ersten Termin nennen. Dieses Telefonat kostet nichts.
- Vor Ort steht die Befallsermittlung am Anfang: Wo sitzen die Tiere, wie kommen sie herein, wie groß ist der Befall? Ohne diesen Schritt wirkt jede Behandlung nur kurz.
- Erst danach wird behandelt, gezielt in Verstecken und an Laufwegen statt flächig im Raum. Sie erfahren, was eingesetzt wurde und was Sie danach beachten sollten.
- Wie viele Termine nötig werden, entscheidet der Befall. Jeder weitere Termin hat einen eigenen Festpreis, den wir vorher nennen.
Schritt 1: Das Telefonat
Der erste Termin beginnt nicht an der Haustür, sondern am Telefon. Sie beschreiben, was Sie gesehen, gehört oder gefunden haben: Tiere, Kot, Löcher, Geräusche, Fraßspuren. Ein Foto per WhatsApp hilft, gerade bei kleinen Insekten. Wir klären dabei drei Dinge:
Welche Art ist es? Das entscheidet über alles Weitere. Silberfischchen und Papierfischchen brauchen völlig unterschiedliche Vorgehen, eine Bernstein-Waldschabe ist harmlos, eine Deutsche Schabe nicht. Bei Wespen entscheidet die Art darüber, ob überhaupt eingegriffen werden darf.
Wie dringend ist es? Ein Wespennest über der Haustür bei einem Allergiker ist etwas anderes als ein einzelnes Tier im Gartenhaus. Danach richtet sich der Termin.
Was kostet der erste Termin? Wir nennen Ihnen den Preis am Telefon, bevor jemand losfährt. Das Telefonat selbst kostet nichts, auch wenn dabei herauskommt, dass Sie uns gar nicht brauchen. Das kommt regelmäßig vor, etwa bei einzelnen Waldschaben oder bei einem frischen Mottenbefall, den Sie mit Ausräumen und Einfrieren selbst in den Griff bekommen.
Schritt 2: Ankunft und Gespräch
Unsere Techniker kommen in neutralen Fahrzeugen und neutraler Kleidung, ohne Firmenaufschrift. Das ist im Mehrfamilienhaus und beim Betrieb oft der Punkt, auf den es ankommt, und bei uns Standard.
Vor Ort wird zuerst gesprochen, nicht behandelt: Was ist wann aufgefallen, was haben Sie schon versucht, gibt es Kinder, Haustiere, Allergien im Haushalt, wer ist Eigentümer oder Verwaltung? Wenn Sie vorher bereits gesprüht haben, sagen Sie das bitte. Es ist kein Vorwurf, aber es beeinflusst das Vorgehen, weil Köder nach einer Sprühbehandlung schlechter angenommen werden.
Schritt 3: Befallsermittlung
Das ist der wichtigste Teil und der, der am meisten Zeit kostet. Der Techniker sucht nicht die Tiere, sondern ihre Spuren und ihren Weg:
- Verstecke und Laufwege: Ritzen, Fugen, Hohlräume, Geräterückseiten, Sockelleisten, Kabelkanäle, Schächte.
- Spuren: Kot, Häutungsreste, Eipakete, Gespinste, Nagespuren, Schmierspuren.
- Zugänge: Wie sind die Tiere hereingekommen? Lichtschacht, Rohrdurchführung, Kanalanschluss, Karton, Ware, Nachbarwohnung, offenes Fenster.
- Ursachen: Feuchte im Bad, Futterquelle im Hof, Vogelfutterstelle, Müllplatz, Lagerhaltung.
- Umfang: Nur ein Raum oder der ganze Strang? Im Mehrfamilienhaus gehören die Nachbareinheiten dazu.
Bei vielen Arten setzen wir dabei Monitoringfallen ohne Wirkstoff an nummerierten Punkten. Sie zeigen nach wenigen Tagen, wo und wie stark die Tiere laufen. Das ist der Unterschied zwischen Schätzen und Wissen, und es ist die Grundlage dafür, den Erfolg später zu belegen.
Schritt 4: Die Behandlung
Erst jetzt wird behandelt, und zwar gezielt. Der Grundsatz ist überall derselbe: in die Verstecke, nicht in den Raum.
- Nager: verschlossene, verankerte Köderstationen bei nachgewiesenem Befall oder giftfrei mit Schlagfallen in Boxen und digitalen Fallen mit Fangmeldung, dazu ein Lageplan.
- Schaben, Ameisen, Fischchen: Fraß- und Gelköder punktgenau an Laufwegen und in Ritzen, keine Flächenbehandlung in Wohn- und Lebensmittelbereichen.
- Wespen: Behandlung direkt am Nest in Schutzausrüstung, danach Entnahme, soweit erreichbar.
- Motten: Befallsquelle entfernen, Verstecke der Larven behandeln, Pheromonfallen zur Kontrolle.
Sie erfahren, was eingesetzt wurde, wo es liegt und was Sie beachten sollten: ob Sie den Raum betreten können, was Kinder und Haustiere angeht, wie lange etwas nicht gereinigt werden sollte, ab wann der Garten wieder frei ist.
Schritt 5: Dokumentation und Abschluss
Zum Schluss gibt es die Zusammenfassung: Befund, Maßnahme, verwendete Mittel, Lageplan bei Stationen und Fallen, Empfehlungen. Betriebe bekommen das Protokoll in einer Form, die in HACCP-Unterlagen passt und bei einer Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung verwendbar ist. Hausverwaltungen bekommen es je Wohnung.
Dazu kommt die Liste für Sie: Welche Öffnung sollte geschlossen werden, welche Futterquelle muss weg, welche Fuge gehört erneuert, was sollte ein Handwerksbetrieb machen. Das ist der Teil, der über den Erfolg entscheidet. Eine Bekämpfung ohne Ursachenbeseitigung ist eine Behandlung auf Zeit.
Was danach passiert
Nachkontrollen. Bei fast allen Arten schlüpfen Eier zeitversetzt oder es kommen Tiere nach. Deshalb folgen Kontrolltermine, bei denen wir Fallen auswerten, Köder prüfen und nachlegen. Erst wenn über mehrere Wochen nichts mehr auftaucht, ist der Befall beendet. Wie viele Termine nötig werden, entscheidet der Befall, nicht der Kalender; jeder Termin hat einen eigenen Festpreis, den wir vorher nennen.
Die Rechnung. Sie zahlen per Rechnung, nicht bar vor Ort. Barzahlung an der Tür ist ein typisches Merkmal unseriöser Anbieter. Privathaushalte können die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG anteilig absetzen, wenn die Rechnung überwiesen wurde. Woraus sich Preise zusammensetzen und woran Sie unseriöse Angebote erkennen, steht im Ratgeber Was kostet ein Kammerjäger?
Was Sie vorbereiten können
Wenig, aber das hilft: Fundstellen zugänglich machen, Fotos von Tieren und Spuren bereithalten, Beobachtungen mit Datum notieren, bei Haustieren und Allergien vorher Bescheid geben, im Mietshaus die Verwaltung informieren. Nicht sinnvoll ist gründliches Putzen kurz vor dem Termin: Kot, Spuren und Laufwege sind unsere Arbeitsgrundlage. Und bitte nicht selbst sprühen, bevor wir da waren.
Wenn Sie gerade überlegen, ob Ihr Fall überhaupt einen Termin braucht: Rufen Sie an und beschreiben Sie ihn. Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn Sie selbst weiterkommen. Unsere Techniker sind täglich in Bochum, Essen, Dortmund, Gelsenkirchen und in fast ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs.
Häufige Fragen
Muss ich zu Hause sein?
Beim ersten Termin ja. Wir brauchen Zugang zu den betroffenen Räumen, und Sie wissen am besten, wo Sie was beobachtet haben. Bei Folgeterminen reicht oft eine Absprache mit Hausverwaltung, Nachbarn oder Kollegen.
Muss ich vorher ausräumen oder putzen?
Meist nicht. Hilfreich ist, den Zugang zu den Fundstellen frei zu machen, etwa den Schrank unter der Spüle zu leeren oder den Weg zum Keller frei zu räumen. Wir sagen Ihnen am Telefon, was bei Ihrem Fall sinnvoll ist. Aufwendiges Vorbereiten ist nicht nötig, und Putzen vorher kann sogar Spuren beseitigen, die wir brauchen.
Kommt das Fahrzeug mit Firmenaufschrift?
Nein. Unsere Fahrzeuge und die Kleidung der Techniker sind neutral, ohne Firmenaufschrift. Das ist Standard und keine Zusatzleistung, weder im Mehrfamilienhaus noch beim Betrieb.
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
Meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen, je nach Dringlichkeit oft auch noch am selben Tag. Rufen Sie am besten während der Öffnungszeiten an, Montag bis Donnerstag von 7:30 bis 16 Uhr und Freitag von 7:30 bis 14 Uhr.
Was kostet der erste Termin?
Das hängt von Schädlingsart, Befallsgrad und Größe des Objekts ab. Nach der kostenlosen telefonischen Erstberatung nennen wir Ihnen einen festen Preis für den ersten Termin. Auch jeder weitere Termin hat einen festen Preis. Sie zahlen per Rechnung, Barzahlung vor Ort nehmen wir nicht an.
Quellen und Rechtsgrundlagen